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Bischofswerda: Autohaus wird zur Großbaustelle

Unternehmer Heiko Winter investiert. Er will Werkstatt-Kunden mehr Service bieten und seine Stromrechnung nach unten drücken.

Heiko Winter steht an der Baustelle für die neue Direktannahme des Autohauses Richter in Bischofswerda. Beim Abriss des alten Gebäudes gab es eine Überraschung: Unter dem Betonpflaster befand sich eine starke Betonplatte.
Heiko Winter steht an der Baustelle für die neue Direktannahme des Autohauses Richter in Bischofswerda. Beim Abriss des alten Gebäudes gab es eine Überraschung: Unter dem Betonpflaster befand sich eine starke Betonplatte. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Am Bischofswerdaer Autohaus Richter haben Bauarbeiten begonnen. Das Gebäude, in dem Kunden bisher ihr Auto für eine Inspektion oder Reparatur abgegeben haben, wurde abgerissen.  An gleicher Stelle wird bis Juli ein neues Gebäude für die Direktannahme  errichtet, sagt Firmeninhaber Heiko Winter. Im Unterschied zum alten Gebäude wird es dort nicht nur einen, sondern zwei Arbeitsplätze geben, die jeweils mit einer Hebebühne und moderner Diagnosetechnik ausgestattet sind. Dadurch können künftig zwei Kunden gleichzeitig bedient werden. 

Zehn Mitarbeiter arbeiten in der Werkstatt des auf die Marken Opel und Mazda spezialisierten Autohauses. Auch in den Wochen des Lockdowns hatten sie gut zu tun, vor allem dank des Wechsels von Winter- auf Sommerreifen. 

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Große Carports mit Solaranlagen entstehen

Rund 300.000 Euro investiert Heiko Winter in den Neubau und dessen Ausstattung.  Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie  können seine Investitionspläne nicht stoppen. "Wir haben die Arbeiten bereits seit einem Jahr geplant", sagt er. Eine größere Direktannahme werde angesichts gestiegener Kundenzahlen gebraucht. 

Eine weitere, noch größere Investition soll  ab Herbst folgen:  Mehr als 4.000 Quadratmeter auf dem Firmengelände werden, ähnlich wie ein Carport, überdacht und mit Photovoltaikanlagen bestückt. Auch auf dem bestehenden Gebäude werden Solarzellen montiert. Heiko Winter schlägt damit zwei Fliegen mit einer Klappe: Er schützt Neu-, Gebraucht- und Kundenwagen vor Witterungseinflüssen, wie zum Beispiel Hagelschlag,  und er schafft Voraussetzungen für die Nutzung erneuerbarer Energien. 

Dafür verpachtet er die Dächer an einen Investoren, der die Solaranlagen installieren und betreiben wird. Der Strom fürs Autohaus wird künftig auf den eigenen Dächern produziert. Überschüssige Energie speist der Investor ins öffentliche Netz ein. 

Heiko Winter bezieht die auf seinen Dächern erzeugte Energie für 20 Jahre zu einem Festpreis. "Das gibt uns Sicherheit auf lange Sicht, zumal die Strompreise der öffentlichen Versorger sicherlich weiter steigen werden." 

Künftig zehn Ladesäulen für Elektroautos

Gleichzeitig bekommt die Elektromobilität im Autohaus dadurch einen weiteren Schub. Zehn Ladesäulen für Elektroautos wird es künftig geben, und zwar in allen Bereichen - im Verkaufsraum, in der Werkstatt, in der Direktannahme und auf den Kunden-Stellplätzen. 

Um diese Pläne zu realisieren, muss der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet an der Neustädter Straße geändert werden. Dazu gehören auch Ausgleichsmaßnahmen für die Natur. Das Verfahren durchläuft zurzeit die Stadtratsgremien in Bischofswerda. Heiko Winter lobt in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und dem Bauaufsichtsamt des Landkreises. 

In seinem Autohaus in Bretnig will der Unternehmer in diesem Sommer ein ähnliches Solar-Carport-Projekt realisieren - dort auf einer Fläche, die mehr als 5.000 Quadratmeter groß ist. 

Das Unternehmen Winter Automobilpartner mit Standorten in Bretnig, Bischofswerda, Kamenz und Burkau beschäftigt insgesamt 85 Mitarbeiter, davon rund 25 am Standort Bischofswerda. 

Kunden auch in Krisenzeiten mobil halten

Im Verkauf machte sich die Corona-Krise deutlich bemerkbar, wenngleich die Verluste  im Unternehmen geringer waren als im Landesdurchschnitt. Deutschlandweit verzeichnete der Automarkt aller Marken im April einen Rückgang von 65 Prozent. Im Mai  waren es noch immer 38 Prozent, sagt Heiko Winter, der zu den zehn Vorstandsmitgliedern des Verbandes Deutscher Opel-Händler gehört. Italien und Spanien verbuchten sogar Rückgänge bis zu 90 Prozent. 

In den Betrieben seiner Firmengruppe lag der Rückgang bei der Marke Opel im April zwischen 30 und 35 Prozent, im Mai zwischen 10 und 20 Prozent. Bei Mazda waren es zwischen 35 und 40 Prozent im April. 

Die Werke in Japan arbeiten seit einigen Wochen wieder, in Europa wird die Produktion schrittweise hochgefahren. Doch es kostet Zeit, bis wieder ein Rädchen ins andere andere greifen wird und reibungslos produziert werden kann. 

Für den Autohändler stellt sich deshalb die Frage: Wie  können wir unsere Kunden auch jetzt mobil halten? Manches Fahrzeug, das bestellt ist, kann nicht ausgeliefert werden, weil Produktionsbänder seit Wochen stillstehen. Um auch jetzt reagieren zu können, beispielsweise wenn für Kunden Leasing-Verträge auslaufen, zahlt es sich aus, dass dem Firmenverbund eine Autovermietung angeschlossen ist und es einen hohen Bestand an Neuwagen gibt. "Über 200 Fahrzeuge sind in unseren Betrieben sofort verfügbar", sagt Heiko Winter. 

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