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Kaum in Deutschland - Auto weg

Josef Skliba zog mit seiner Partnerin vor wenigen Wochen aus Tschechien nach Ebersbach. Jetzt wurde ihm der Wagen gestohlen. Nicht sein einziges Problem.

Von ihrem Skoda ist Josef Skliba und Olga Zbolcakova nur ein Handyfoto geblieben. Das Auto wurde dem tschechischen Paar in Ebersbach gestohlen.
Von ihrem Skoda ist Josef Skliba und Olga Zbolcakova nur ein Handyfoto geblieben. Das Auto wurde dem tschechischen Paar in Ebersbach gestohlen. © Matthias Weber

Es ist schon ein bisschen zynisch: kaum lebt der Tscheche Josef Skliba in Deutschland, da wird ihm das Auto gestohlen. Immerhin werden Autodiebstähle in der Region oft Tätern aus dem tschechischen oder polnischen Nachbarland und der Grenzkriminalität zugeschrieben. 

Erst vor Kurzem ist Skliba selbst aus Tschechien nach Ebersbach gezogen. Und nun hat er am neuen Wohnort, wo er mit seiner Freundin Olga Zbolcakova zusammenzog, gleich Ärger. Unbekannte Täter haben Josef Sklibas Wagen gestohlen. In der Nacht zum Mittwoch nach Ostern ist der silberne Skoda Octavia verschwunden, so steht es auch im Polizeibericht.

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Der Wagen war an der Oswald-Richter-Straße geparkt gewesen - auf einem angemieteten Stellplatz. In der Nacht um eins war er noch da, das haben die Besitzer aus dem Fenster gesehen, erzählen sie. Am nächsten Morgen war das Auto weg. Nun ermittelt die Soko Kfz, wie Polizeisprecherin Anja Leuschner bestätigt. "Bis jetzt haben wir nichts mehr gehört", erzählen die Autobesitzer. 

Rund 7.400 Euro war das Auto noch wert, gibt die Polizei an. Mit dem Auto verschwand auch ein mobiles Navigationssystem, das Skliba im Wagen hatte und einige persönliche Dinge. "Zum Glück keine wichtigen Dokumente", sagt Olga Zbolcakova. Der Skoda Octavia - ein silberner Kombi - hat ein tschechisches Kennzeichen: 4L8-5837. Und er hat ein paar besondere Merkmale, erzählt Olga Zbolcakova: die Bremsbacken sind orange, denn es handelt sich um eine Sportbremse. Hinten und am Seitenfenster hatte der Wagen schwarze Tönungsfolie und vorne fehlt an einer Felge das Skoda-Logo. Das hatte Besitzer Josef Skliba mal verloren. 

Neustart in Ebersbach mit Ärger

Vor einem Monat zog das Paar nach Ebersbach, ins Wohngebiet Oberland. Kurz vor der endgültigen Grenzschließung von tschechischer Seite Mitte März gelang der geplante Umzug gerade noch. Zwei Tage lang konnte Josef Skliba dann auch noch nach Tschechien zu seiner Arbeitsstelle pendeln. Dann waren die Grenzen gänzlich dicht, nur Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger und andere Medizin-Fachkräfte dürfen noch zum Arbeiten die Grenze passieren. Seitdem ist er zu Hause in Ebersbach und wartet darauf, dass er wieder arbeiten kann. Wenn das noch lange so weitergeht, wird er vielleicht bei der tschechischen Firma kündigen müssen und sich in Deutschland einen Job suchen. Und zur Sorge um den Job und die berufliche Zukunft kommt nun noch der Ärger um das gestohlene Auto. 

Der Umzug nach Ebersbach sollte für das Paar eigentlich ein Neustart werden. Über ein Jahr führten sie eine Fernbeziehung über 600 Kilometer. Denn Olga Zbolcakova lebte bisher in Siegen in Nordrhein-Westfalen, Josef Skliba hier im Dreiländereck. "Das war lange genug", sagt Frau Zbolcakova. Sie beschlossen zusammenzuziehen - nahe der tschechischen Grenze, damitJosef Skliba weiterhin seinen Job im Heimatland ausüben kann. Die Wahl fiel auf Ebersbach. Hier fanden sie auch eine Wohnung. 

Warten auf einen Termin in der Zulassungsstelle

Große Hoffnungen, seinen Wagen wieder zu bekommen, macht sich das Paar derweil nicht. Inzwischen hat Josef Skliba sich übers Internet ein neues Auto gesucht. Denn er braucht es, um zur Arbeit nach Tschechien zu kommen. Zwar ruht sein Job wegen der Grenzschließung im Moment. "In Tschechien gibt es aber jeden Tag neue Regeln", sagt das Paar.

Und wenn es morgen heißt, er kann wieder zur Arbeit kommen, dann will er vorbereitet sein. Und auch für den Fall, dass er sich hier eine neue Arbeit suchen muss, wird er mobil sein müssen und auf ein Auto angewiesen sein. Allerdings: auch ein neues Auto anzumelden, ist jetzt in Corona-Zeiten nicht so einfach möglich wie normalerweise. Bürger müssen bei der Zulassungsstelle einen Termin vereinbaren, denn das Landratsamt ist derzeit geschlossen. "Wir haben erst nächste Woche einen bekommen", sagt Olga Zbolcakova. 

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Außerdem bitter für das Paar: das gesparte Geld, das nun für das neue Auto mit draufgegangen ist, war eigentlich für Möbel gedacht, erzählen sie. Nach dem Umzug in die neue Wohnung fehlt noch einiges. "Das muss jetzt eben erstmal warten", so Olga Zbolcakova.  

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