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Polizei sucht weiter nach Unfallfahrer

Die Beamten prüfen auch den Zusammenhang zu anderen Vorkommnissen in der Region Döbeln. Am Montag geben sie sich jedoch bedeckt.

Der Mercedes, der am Dienstag in Döbeln gestohlen worden ist, ist bei Colditz komplett ausgebrannt.
Der Mercedes, der am Dienstag in Döbeln gestohlen worden ist, ist bei Colditz komplett ausgebrannt. © Archiv/FFW Colditz

Döbeln/Colditz. Die Suche nach dem flüchtigen Unfallfahrer von Colditz geht weiter. Der Unbekannte war in der Nacht zu Donnerstag mit einem gestohlenen Mercedes aus Döbeln nahe des Colditzer Heimatturms verunglückt. Am Unfallort war lediglich das in Flammen stehende Auto gefunden worden.

Wie Andrzej Rydzik von der Pressestelle der Polizeidirektion Chemnitz am Montag informierte, laufen die Ermittlungen in diesem Fall noch. Auch zu dem Autoraub am Dienstagabend, bei dem einem 35-Jährigen mittels Pistole der Autoschlüssel zu dem Mercedes abgenommen worden ist, gibt es aktuell noch keine neuen Erkenntnisse. Die Beamten der Kriminalpolizeiinspektion Chemnitz prüfen auch weiterhin einen Zusammenhang zwischen den Ereignissen sowie weiteren gemeldeten Vorkommnissen, an denen jeweils ein Trio beteiligt gewesen sein soll. „ Es gilt, die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden.“ Weitere Angaben zu den Fällen machte am Montag Rydzik nicht.

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Polizei startet Suchaktion nach dem Unfall

Unmittelbar nach dem Unfall in der Nacht zum Donnerstag hatte die Polizei mit mehreren Einsatzkräften nach dem Fahrer des Mercedes gesucht. "In die unmittelbaren Fahndungsmaßnahmen waren insgesamt fünf Streifenwagenbesatzungen der PD Leipzig und drei Streifenwagenbesatzungen der PD Chemnitz sowie die Besatzung eines Polizeihubschraubers involviert", informierte Andrzej Rydzik am Freitag auf Nachfrage. 

Gesucht wurde nach dem Unfallfahrer rund um Colditz und Grimma sowie im Westen und Norden des Landkreises Mittelsachsen. Eine Beschreibung des Fahrers liegt den Beamten nicht vor. "Niemand hat den Unfallfahrer gesehen", erklärte Rydzik. 

Die Ermittlungen in dem Fall, die von der Chemnitzer Kriminalpolizeiinspektion geführt werden, stünden auch in Zusammenhang mit Straftaten, die sich in den vergangenen Tagen in Döbeln ereignet haben. 

Autoraub mit Pistole

Wie die Polizei am Mittwoch mitteilt, war am Dienstag gegen 18 Uhr ein 35-Jähriger in einer Wohnung an der Albertstraße in Döbeln von einem Unbekannten mit einer Pistole bedroht und zur Übergabe seines Autoschlüssels aufgefordert worden. "In der Folge stahl der Täter den Mercedes", so Doreen Göhler von der PD Chemnitz.

Was folgte, war eine Verfolgungsjagd durch die Döbelner Innenstadt, mit zahlreichen Einsatzkräften und einem Hubschrauber. Nachdem der Bestohlene Anzeige erstattet hatte, leitete die Polizei eine weiträumige Fahndung nach dem gestohlenen Auto ein. Durch Zivilbeamte konnte das Fahrzeug in der Nacht kurzzeitig im Innenstadtbereich gesichtet werden.

Mehrere Streifenwagen und ein Hubschrauber über Döbeln

"Als sie es kontrollieren wollten, flüchtete dessen Fahrer jedoch mit hoher Geschwindigkeit durch die Döbelner Innenstadt", so Göhler. Laut Augenzeugen sind daraufhin mehrere Polizeiautos durch die Stadt gefahren, um das Fahrzeug zu verfolgen. Ein Video, das inzwischen wieder gelöscht ist, zeigt eine ähnliche Szene von der Schillerstraße.

Deutlich zu hören war in der Nacht ein Polizeihubschrauber. Am Boden waren mehrere Streifenwagen im Einsatz, auch in zivil.

Gegen 23.30 Uhr wurde zudem auf der Dresdner Straße ein weißes Fahrzeug durch einen Abschlepper im Auftrag der Polizei abtransportiert. Ob dieser Wagen im Zusammenhang mit dem Diebstahl des Mercedes steht, wird von der Polizei untersucht. "Es gibt zumindest entsprechende Hinweise", so Doreen Göhler.

Gegen 1 Uhr wurde der Großeinsatz in der Nacht zum Mittwoch in Döbeln zunächst beendet.

Ein Fahrzeug wurde im Auftrag der Polizei in der Nacht zu Mittwoch auf der Dresdner Straße ageschleppt. Ob es in Verbindung mit den Taten steht, ist noch unklar.
Ein Fahrzeug wurde im Auftrag der Polizei in der Nacht zu Mittwoch auf der Dresdner Straße ageschleppt. Ob es in Verbindung mit den Taten steht, ist noch unklar. © privat

Gestohlenes Auto bei Colditz abgebrannt

In der Nacht zum Donnerstag war das Fahrzeug "verunfallt und ausgebrannt in der Ortslage Colditz festgestellt" worden. Der Colditzer Ortswehrleiter Steffen Schmidt bestätigte, dass die Feuerwehrmänner in Nacht im Einsatz waren, um einen Pkw-Brand in Colditz unterhalb des Heimatturmes an der Lastauer Straße nahe der Mulde zu löschen. "Als wir an der Einsatzstelle ankamen, stand das Fahrzeug im Vollbrand", sagte Schmidt. Verletzte oder Betroffene seien an der Unfallstelle nicht angetroffen worden.

Die knapp 20 Feuerwehrleute der Wehren aus Colditz und Hausdorf löschten das Fahrzeug und suchten in der näheren Umgebung nach Unfallbeteiligten. Sie hätten jedoch niemanden mehr gesehen.

Bevor das Fahrzeug in Flammen aufging, habe es zwei Bäume touchiert. Dabei sei das Auto, welches nur den Konturen nach noch als Mercedes zu erkennen gewesen sei, bereits erheblich beschädigt worden.

Warum das Auto in Brand geraten war, dazu konnte Schmidt keine Angaben machen. Hinweise auf die Brandursache hatte die Feuerwehr keine gefunden.

Knapp vier Stunde war die Ortsverbindungsstraße zwischen Colditz und Lastau voll gesperrt. Bis kurz nach drei Uhr war die Feuerwehr vor Ort, hat unter anderem die Polizisten noch mit dem Ausleuchten der Unfallstelle unterstützt. 

Als die 20 Kameraden der Feuerwehren Colditz und Hausdorf nach 1 Uhr an der Unfallstelle eintrafen, stand das Fahrzeug im Vollbrand. 
Als die 20 Kameraden der Feuerwehren Colditz und Hausdorf nach 1 Uhr an der Unfallstelle eintrafen, stand das Fahrzeug im Vollbrand.  © FFW Colditz
Zuvor war das Auto verunfallt. Es ist, aus bisher unbekannter Ursache, in einer Linkskurve von der Fahrbahn abgekommen, hat sich überschlagen und ist gegen einen Baum geprallt. Dann fing das Auto Feuer. 
Zuvor war das Auto verunfallt. Es ist, aus bisher unbekannter Ursache, in einer Linkskurve von der Fahrbahn abgekommen, hat sich überschlagen und ist gegen einen Baum geprallt. Dann fing das Auto Feuer.  © FFW Colditz

Überschlagen und gegen Baum geprallt

Gegen 1 Uhr war das Auto nach Angaben der Polizeidirektion Leipzig von einem PKW-Fahrer an der Kreisstraße von Colditz kommend in Richtung Lastau entdeckt worden. Die  Beamten vermuten, dass der Fahrer des Mercedes aufgrund der Hinweise vor Ort in einer Linkskurve aus bisher noch unbekannter Ursache von der Fahrbahn abgekommen ist und sich überschlagen hat. 

Infolge dessen soll das Fahrzeug gegen einen Baum geprallt sein. Anschließend habe das Auto Feuer gefangen und sei vollständig ausgebrannt. "Der Fahrer konnte trotz einer sofort eingeleiteten Fahndung unerkannt vom Unfallort flüchten", hieß es in der Mitteilung der PD Leipzig. 

Im Rahmen der Aufnahme des Unfalls wurde bekannt, dass das Fahrzeug am Dienstag im knapp 25 Kilometer entfernten Döbeln gestohlen worden ist. Den Sachschaden an dem PKW beziffern die Beamten auf rund 8.000 Euro. 

Verbindung zu anderen Taten werden geprüft

Auch am Freitag vergangener Woche kam es in der Stadt zu einer Verfolgungsjagd nach einem Autodiebstahl in Nossen. Der Täter verursachte einen Unfall und landete in einer Hecke auf der Kleinen Kirchgasse. 

Wie die Polizei mitteilt, werden nun auch zu ähnliche Taten aus der vergangenen Woche Zusammenhänge geprüft. Insbesondere zwei Fällen würden konkret überprüft: Am Montagmorgen raubte ein Trio am Döbelner Bahnhofsvorplatz einen 19-Jährigen aus. Nur einen Tag später suchte die Polizei erneut nach einem Trio, das an einem Streit verwickelt gewesen sein soll. Im Anschluss sollen sie laut Polizei auch versucht haben, einen BMW zu klauen. Der Mann am Steuer des Autos konnte dem Trio jedoch ausweichen und fuhr davon. 

In diesen Fällen laufen die Ermittlungen aktuell noch, äußerte sich Rydzik am Donnerstagmittag. Dabei werde auch ein möglicher Zusammenhang der Fälle betrachtet. 

Wer sachdienliche Hinweise zur Tat geben kann, kann sich jederzeit an das Polizeirevier Döbeln sowie jede andere Dienststelle der Polizei wenden.

Dieser Artikel wurde am Montag, 27. Juli, um 15.02 Uhr aktualisiert. 

Mehr Informationen aus der Region Döbeln und aus Mittelsachsen finden Sie hier.

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