SZ +
Merken

Autoren auf Bildungsreise

Über die erste Autorenreise des Oberlausitzer Verlages schreibt Werner Griesbach aus Leutersdorf:

Teilen
Folgen

Der Oberlausitzer Verlag Frank Nürnberger hat als Regionalverlag einen sehr guten Namen. Die mehrfache Teilnahme an der Leipziger Buchmesse trug wesentlich zum hohen, auch überregionalen Bekanntheitsgrad des kleinen Spitzkunnersdorfer Verlages bei. „Besonders zahlreich sind die Autoren, die am jährlich erscheinenden Oberlausitzer Familien-Kalender-Buch mitarbeiten“, sagt Verlagsleiter Frank Nürnberger. Erst kürzlich ist die 14. Auflage erschienen.

Bereits 2004 hatte sich Frank Nürnberger deshalb entschlossen, in Anerkennung der Leistungen der Autorenschaft in diesem Jahr eine erste Autorenreise zu veranstalten. Die Reise war als Bildungsreise gedacht und stand unter dem Thema „Kulturelle Stätten und Geschichte Schlesiens“. Am Sonnabend war es nun so weit. Ein Busunternehmen aus Cottbus „sammelte“ in Hoyerswerda, Bautzen, Spitzkunnersdorf, Zittau, Ostritz und Görlitz insgesamt 58 Autoren aus den jeweils umliegenden Orten ein, um nach dem Grenzübertritt in Görlitz/Zgorcelez eine dreitägige Fahrt zu starten.

Um es vorweg zu nehmen: Das Ziel der Reise wurde allseitig erreicht. Alle Teilnehmer bekamen umfassende Eindrücke und Kenntnisse zu den einzelnen Stationen der Reise vermittelt. „Das ist vorrangig das Verdienst des Reiseleiters, Dr. Norbert Hansel“, sagte eine begeisterte Teilnehmerin. „Er war der kompetenteste Reiseleiter, den man sich denken konnte, denn er besaß über die einzelnen Etappen der Reise ein ganz enormes Wissen!“.

In den drei Tagen der Reise wurde den Teilnehmern sehr viel geboten. Ältere frischten ihre Erinnerungen auf, Jüngere waren zum ersten Mal in manchen Regionen. So besuchte die Reisegruppe unter anderem das Gerhart-Hauptmann-Haus „Wiesenstein“ in Agnetendorf, die Kirche Wang in Krummhübel (Karpacz), das Kloster Grüssau, die Basilika von Albendorf, die Benediktinerabtei von Wahlstatt, die von der heiligen Hedwig, der Patronin des letzten verstorbenen Papstes, gegründet wurde und das Schloss von Moltke in Kreisau (hier wurde unter Beteiligung von Stauffenberg das Attentat auf Hitler geplant. Hier erfuhr aber auch Helmut Kohl im November 1989 vom Mauerfall in Deutschland).

Die Bustour führte auch durch Langenbielau, wo 1844 der Schlesische Weberaufstand stattfand. Auf meine Frage, was denn den Verlagsleiter Frank Nürnberger am meisten beeindruckt habe, meinte dieser: „Eigentlich alles. Kulturstätten, Natur und Landschaften waren einfach überwältigend! Hervorheben möchte ich die Fahrt durch und über das Isergebirge, das Riesengebirge, das Heuscheuergebirge und durch das Glazer Bergland!“. Die anderen Teilnehmer stimmten dem zu, zumal sie außerdem noch die Kurbäder Flinsberg, Reinerz und Kudowa kennen lernten.

Ein Höhepunkt der Reise war der Besuch der altehrwürdigen Stadt Breslau (Wroclaw) an der Oder, der viertgrößten Stadt Polens. Hier bestaunten die Reiseteilnehmer unter anderem das schönste Rathaus Europas und die Jahrhunderthalle als größte Kuppelhalle der Welt.

Interessant war auch ein Abend, an dem sich alle Autoren zu einer Gesprächsrunde trafen. Hohe Anerkennung zollten sie dabei der Herausgeberin des Familien-Kalenderbuches, Frau Inge Handschick, die es sich trotz ihrer gesundheitlichen Probleme nicht hatte nehmen lassen, dazu extra mit dem Pkw aus Zittau anzureisen.