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Flugplatz: Lösung gegen Lärm gesucht

Nach Anwohner-Beschwerden haben Betreiber und Kreis Bautzen beraten, wie künftig bei Veranstaltungen zu verfahren ist. Es sind aber noch Fragen offen.

Motorenlärm und Reifenquietschen vom Flugplatz in Bautzen-Litten sorgten für Anwohner-Beschwerden - und ein klärendes Gespräch zwischen Landkreis, Flugplatzbetreiber und Gemeinde Kubschütz.
Motorenlärm und Reifenquietschen vom Flugplatz in Bautzen-Litten sorgten für Anwohner-Beschwerden - und ein klärendes Gespräch zwischen Landkreis, Flugplatzbetreiber und Gemeinde Kubschütz. © SZ/Uwe Soeder

Kubschütz. Etwa Mitte Juni war es, als das Klagen von Anwohnern des Flugplatzes im Kubschützer Ortsteil Litten nicht mehr zu überhören war. Seit Mai bereits, so die Schilderungen, litten sie immer wieder unter Motorenlärm, der vom nahegelegenen Flugplatz in ihre Gärten herüberschalle. Schnell stellten sich hieraufhin in dieser Sache viele Fragen. Einige, wie die, ob illegale Autorennen den Lärm verursacht hatten, konnten beantwortet werden: Nein. In mindestens einem Fall handelte es sich um ein Fahrsicherheitstraining, das Driftübungen beinhaltete - und das Geräusch quietschender Reifen verursachte.

Andere Fragen bedurften einer intensiveren Suche nach Antworten. Etwa die, ob es sich bei dem Fahrsicherheitstraining um eine genehmigungspflichtige Veranstaltung handelte. Rechtlich ist diese Frage durch einen Erbpachtvertrag zwischen Landratsamt und der Betreibergesellschaft des Flugplatzes geregelt. Er besagt, dass jede Untervermietung genehmigt werden muss.

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Dem entgegnet Tilo Hofmann, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, ziemlich eindeutig: Eine Untervermietung habe nicht stattgefunden. Für das Fahrtraining habe er dem Veranstalter Teile der Rollbahn kostenlos zur Verfügung gestellt.

Ob dieser offensichtlichen Unklarheiten kündigten Landkreis und Flugplatzbetreiber ein klärendes Gespräch an. Das hat inzwischen stattgefunden. Wie das Landratsamt mitteilt, sei dabei die Übereinkunft erneuert worden, "dass ab sofort vertragsgemäß alle Vermietungen durch den Betreiber angezeigt werden und durch das Gebäude- und Liegenschaftsamt des Landkreises zu genehmigen sind". Darüber hinaus habe man Unklarheiten bereinigt, die über Details des Erbpachtvertrages bestanden hätten, und "eine sinnvolle und gemeinsam tragbare Verfahrensweise ohne große bürokratische Hürden vereinbart".

Konkret heißt das: Der Flugplatzbetreiber kündigt alle geplanten Termine vorab an. Das Landratsamt erteilt die Genehmigung per E-Mail - und fügt, falls notwendig, ordnungs- oder immissionsschutzrechtliche Vorgaben hinzu.

Lärm soll gemessen werden

Und noch etwas wollen Landkreis und Betreibergesellschaft in nächster Zeit angehen, um die Frage nach der Erträglichkeit von Lärm am Flugplatz endgültig zu beantworten: "Im Zuge der nächsten geplanten Veranstaltungen vor Ort findet eine Messung hinsichtlich der damit verbundenen Lautstärke statt, um auch konkret sagen zu können, ob der Lautstärkepegel tatsächlich überschritten wird", teilt Valtentin Opitz, Amtsleiter des Gebäude- und Liegenschaftsamtes beim Landkreis, mit.

Das alles bestätigen auch Tilo Hofmann und der Kubschützer Bürgermeister Olaf Reichert (parteilos), der beim Klärungstermin ebenfalls anwesend war. Das Gespräch sei durchaus konstruktiv gewesen und habe geholfen, einzelne Interessen und Positionen auszuloten, sagt er.

Wann genau die geplante Messung stattfinden wird, kann Tilo Hofmann noch nicht absehen. Vermutlich, sagt er, werde sie bei der nächsten Übung der Verkehrswacht durchgeführt. Ein genauer Termin dafür stehe aber noch nicht fest. 

Zulässige Lärmgrenze wird noch festgelegt

Ebenfalls noch offen ist, welche zulässige Lärmgrenze für Veranstaltungen wie Fahrsicherheitstrainings künftig gelten wird und welche Sanktionen dem Flugplatzbetreiber drohen, wenn er gegen die Genehmigungspflicht oder anderweitige Vorgaben verstößt. Ungeachtet der gültigen Betriebserlaubnis, die Lautstärken bis zu 120 Dezibel zulässt, werde es vor allem von dem Ergebnis der geplanten Messung abhängen, wie laut es außerhalb des Flugverkehrs auf dem Flugplatz zugehen darf, sagt Amtsleiter Valentin Opitz.

Verstoße der Flugplatzbetreiber künftig gegen diese Auflagen, so Opitz weiter, werde im Einzelfall zu prüfen sein, welche Folgen das für die Betreibergesellschaft hat. Das Versagen gleichartiger Veranstaltungen oder die Ahndung konkreter Verstöße seien hier denkbare Optionen.

Klar scheint aber inzwischen auch: Rechtliche Folgen hat der bereits entstandene Anwohner-Ärger über den Motorenlärm am Flugplatz in Litten für Tilo Hofmann zunächst nicht. Das Landratsamt sieht hierfür bislang keine Notwendigkeit. 

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