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Autos parken im "Fahrstuhl"

Dass es eng ist, auf den Straßen der Kamenzer Innenstadt, ist kein Geheimnis. Dass der Parkplatzbedarf der Bewohner des Zentrums der Kreisstadt kaum gedeckt werden kann, ebenfalls nicht. Doch jetzt hat...

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Von Jens Fritzsche

Dass es eng ist, auf den Straßen der Kamenzer Innenstadt, ist kein Geheimnis. Dass der Parkplatzbedarf der Bewohner des Zentrums der Kreisstadt kaum gedeckt werden kann, ebenfalls nicht. Doch jetzt hat der Kamenzer Planungs-Ingenieur Gunther Neumann eine Idee realisiert, die Abhilfe schaffen kann: einen verschiebbaren Parkautomaten. Der lässt dort, wo sonst nur Platz für drei Autos wäre, acht Parkplätze zu. Das Ganze funktioniert wie eine Art Fahrstuhl. Per Knopfdruck verschieben sich die "Parkboxen", kommen aus der Erde nach oben gefahren oder "versinken". Und so kann Gunther Neumann als Planer und Eigentümer den zukünftigen Bewohnern der im Bereich der Kamenzer Kirchstraße 7 bis 11 entstehenden Wohnungen trotz knapp bemessenen Platzes ausreichend Parkraum anbieten.
"Das ist keine neue Erfindung", erzählt Gunther Neumann. In anderen Städten gehören solche beweglichen Parkautomaten längst zum Alltag. Vor allem in größeren Städten. In Bautzen zum Beispiel gibt es bisher drei solcher Automaten. "Mittlerweile ist die Entwicklung dieser Geräte soweit fortgeschritten, dass sich der Einbau auch in Mittelstädten wie Kamenz lohnt", erläutert der Planer.
Dennoch ist diese Investition kein Pappenstiel. Runde 75 000 Mark kostet der Automat, Gebäude und Zufahrt kommen noch hinzu. "Das lässt sich natürlich nicht über Stellplatzmieten refinanzieren", weiß Gunther Neumann. "Das funktioniert nur über sehr, sehr viele Eigenleistungen des Bauherrn", stellt er klar. Und so ist in der Kirchstraße beispielsweise der komplette Rohbau in Eigenleistungen entstanden.
Nun hofft Neumann auf möglichst viele Nachahmer. "Ich habe als Planer in Kamenz oft mit dem Stellplatzproblem zu kämpfen - der Automat wäre eine interessante Möglichkeit, das Problem zu lösen."