SZ +
Merken

Autozulieferer Fehrer schließt Werk bei Leipzig

Markranstädt. Das Aus für das Fehrer-Werk in Markranstädt bei Leipzig ist besiegelt. Der international tätige Automobilzulieferer macht die Niederlassung Anfang 2014 komplett dicht. Dies teilte die Geschäftsführung...

Teilen
Folgen

Markranstädt. Das Aus für das Fehrer-Werk in Markranstädt bei Leipzig ist besiegelt. Der international tätige Automobilzulieferer macht die Niederlassung Anfang 2014 komplett dicht. Dies teilte die Geschäftsführung des Familienunternehmens F.S. Fehrer Automotive der Belegschaft gestern bei einer Betriebsversammlung mit. Betroffen ist die Produktion von Schaumpolstern für Fahrzeugsitze mit 120 Mitarbeitern. Über die Höhe von Abfindungen und die mögliche Einrichtung einer Transfergesellschaft solle nun mit den Arbeitnehmervertretern verhandelt werden.

Fast abgeschlossen ist die Verlagerung der Produktion von Hartschaumteilen von Markranstädt an den Standort Großlangheim in Bayern. Davon waren 50 Mitarbeiter betroffen. Als Grund für die Komplett-Schließung nannte Fehrer den Wechsel des Hauptabnehmers von Leipzig nach Tschechien. Damit fehlten ab Ende 2013 die Aufträge, das Werk auszulasten. Außerdem will die Firma bis Ende 2014 rund 400 Arbeitsplätze an seinem Stammsitz in Kitzingen bei Würzburg abbauen. Mit den geplanten Schließungen sollen die anderen Fehrer-Werke in Deutschland besser ausgelastet werden.

Branche hat schwer zu kämpfen

Das Unternehmen ist Zulieferer von Komponenten für den Fahrzeuginnenraum wie Sitz- und Lehnenschalen, Mittelarmlehnen und Konsolen. Zu den Kunden zählen namhafte Automobilhersteller. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben 4100 Menschen an 21 Standorten in sieben Ländern. Der Jahresumsatz wurde für 2012 mit 470 Millionen Euro angegeben.

Mit dem Stellenabbau steht das Unternehmen Fehrer in der Branche nicht alleine da. Laut einer Studie dürften in den nächsten drei bis vier Jahren in Westeuropa rund 75 000 Jobs bei Zulieferern verloren gehen. Davon „rund ein Drittel bis die Hälfte“ in Deutschland, sagt Studienautor Marcus Berret von der Unternehmensberatung Roland Berger. Der einfache Grund für den hohen Anteil: Hierzulande gibt es besonders viele Autozulieferer mit großen Belegschaften. Die Schrumpfkur in Westeuropa ist aber kein Vorbote für den Niedergang der ganzen Branche. (dpa)