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AWD vor Wechsel des Besitzers

Dresden. Wieder ein anderer Konzern: Die rund 320 Beschäftigten des Dresdner Arzneimittel-Unternehmens AWD-Pharma GmbH & Co. KG müssen sich erneut auf einen neuen Besitzer einstellen. Der Mutterkonzern von AWD, Pliva in Kroatien, soll an das US-Unternehmen Barr verkauft werden.

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Dresden. Wieder ein anderer Konzern: Die rund 320 Beschäftigten des Dresdner Arzneimittel-Unternehmens AWD-Pharma GmbH & Co. KG müssen sich erneut auf einen neuen Besitzer einstellen.

Der Mutterkonzern von AWD, Pliva in Kroatien, soll an das US-Unternehmen Barr verkauft werden. Das Pliva-Management teilte gestern mit, Barr habe ein faires Angebot abgegeben. Damit scheint der isländische Bewerber Actavis aus dem Rennen. Die Pliva-Aktionäre und das Kartellamt haben allerdings noch nicht zugestimmt.

Ganz andere Produkte

AWD-Chef Urs Brauen sagte der SZ, ein Wechsel zu Barr könne „höchstens positive“ Auswirkungen haben. Barr verkaufe beispielsweise Antibabypillen, es gebe keine Konkurrenz zu den AWD-Medikamenten für Herz-Kreislauf, Schmerz, Nervensystem und Allergie. Er vermute, dass Barr die auch in Osteuropa bekannte Marke AWD bestehen lassen würde. Auch der Betriebsratsvorsitzende Paul Rakow äußerte keine Befürchtungen.

Barr mit 2 000 Beschäftigten erwirtschaftet etwa denselben Umsatz wie Pliva mit 6 000, rund 1,2 Milliarden US-Dollar (952 Millionen Euro), macht aber mehr Gewinn. Barr-Chef Bruce Downey erhofft sich vom Kauf „sofortigen Zugang zu europäischen Märkten“.

AWD war 2001 von Degussa an Pliva verkauft worden. Dieses Jahr wurde die Dresdner Fabrik an die italienische Menarini-Gruppe verkauft, so dass die verbliebenen AWD-Beschäftigten ausschließlich im Verkauf tätig sind. Die rund 130 am Standort Dresden ziehen Ende des Jahres nach Radebeul. (SZ/mz)

www.barrlabs.com