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AWO erweitert Pflegeangebote

Im Albert-Schweizer-Ring in Weißwasser soll ein neues Seniorenheim entstehen. Auch ein Pflegestützpunkt ist geplant.

Von Sabine Larbig

Mitten in Weißwasser – in unmittelbarer Nachbarschaft zu Sozialstation und Kindertagesstätte – betreibt die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Lausitz seit 15 Jahren auch eine Tagespflege. Hier erhalten Senioren Hilfe, die auf Pflege angewiesen sind aber in ihren eigenen vier Wänden bleiben wollen.

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„Die Tagespflege, die je nach Wunsch und Bedarf an einzelnen oder allen Wochentagen Pflege und Betreuung bietet, ist eine Alternative zum Heim“, erklärt Pflegedienstleiterin Monika Vite. Zwölf Plätze hat die AWO-Einrichtung, in der gestern das Jubiläum mit einem Fest gefeiert wurde. Derzeit sind alle Plätze belegt.

Die Senioren kommen nicht nur aus Weißwasser sondern auch aus Sagar, Weißkeißel, Schleife, Bad Muskau, Trebendorf oder Krauschwitz. Denn in und um Weißwasser gibt es insgesamt nur drei derartige Einrichtungen. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach Betreuungsplätzen. Auch, weil Angehörige durch sie ihre Familienmitglieder pflegen können, ohne Jobs aufgeben zu müssen.

Tagespflege ist kein Seniorenklub

„Die meisten Menschen, die bei uns betreut werden, sind dement. Doch wir haben auch Rollstuhlfahrer und Schlaganfallpatienten“, so Monika Vite. Pflegerisch versorgt werden sie von vier Mitarbeitern, die von Therapeuten und Fahrdienst unterstützt werden. Um körperliche und geistige Aktivitäten zu fördern, wird mit den Senioren gesungen, gebastelt, gespielt, Sport getrieben, das Gedächtnis trainiert. Hol- und Bringedienst, Essenversorgung, Gruppengespräche aber auch Körperpflege sowie rehabilitative oder therapeutische Leistungen gehören ebenfalls zum Alltag in der Tagespflege. „Ein Seniorenklub sind wir aber nicht, sondern eine teilstationäre Einrichtung“, so Vite.

Weil Senioren heute selbstbestimmt und möglichst lang in ihren Wohnungen leben wollen, statt in ein Heim zu ziehen, sind künftig mehr Hilfsangebote nötig. Dies weiß auch AWO-Geschäftsführer Torsten Ruban-Zeh. „Wir planen, in Kooperation mit der Wohnungsbaugenossenschaft Weißwasser, mitten im Wohnumfeld einen Anlaufpunkt für an Tagespflegeangeboten interessierte Bürger zu schaffen“, blickt er voraus. Ein ähnliches Projekt laufe seit fünf Jahren erfolgreich mit einem Wohnungsbauunternehmen in Hoyerswerda. „Da geht es nicht nur um Pflegeangebote sondern auch um gemeinsame und gezielte Beratung der Bürger. Beispielsweise zu Einbau und Finanzierung seniorengerechter Duschen oder Hausnotruf. Denn oft trauen sich Betroffene nicht, beim Vermieter nach Hilfsmöglichkeiten zu fragen oder sie wissen nicht, wo es umfassende Informationen zur Pflegeangeboten gibt.“

Beratungsstützpunkte entstehen

Vorstellen kann sich der AWO-Chef ebenfalls die Ansiedlung eines öffentlichen Beratungsstützpunktes zum Thema Pflege am Krankenhaus Weißwasser oder anderswo unter Einbeziehung eines Pflegedienstes. „Rechtzeitige Rund-um-Informationen, wie und durch welche Hilfen man im Ernstfall trotzdem weiter in den eigenen Räumen leben kann, sind für Senioren und Angehörige gleichermaßen wichtig“, begründet Ruban-Zeh die Idee der Beratungsstützpunkte

Angedacht ist seitens der AWO ebenfalls der Neubau eines Seniorenheimes auf dem Gelände der Tagespflege im Albert-Schweitzer-Ring in Weißwasser. Die Kombination von Tagespflege und stationärer Einrichtung in einem Bereich sieht Torsten Ruban-zehn als Standortvorteil an. Maximal 60 Plätze, erläutert er, soll das Heim bekommen. Zwischen drei bis fünf Millionen Euro müssen in den Neubau investiert werden. „Noch werden Studien ausgewertet und der Bedarf geprüft“, so der AWO-Geschäftsführer. Ob udn wann die Einrichtung kommt, könne er daher noch nicht einschätzen.