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Azubi hilft bei Jobsuche

Freizeit-Berater Tobias Finke unterstützt Arbeitslose bei der Bewerbung. Obwohl er selbst noch ein Lernender ist.

Von Mario Heinke

Zehn Leuten hat der 26-Jährige schon geholfen, einen neuen Job zu finden. Dabei ist Tobias Finke selbst noch Auszubildender im zweiten Lehrjahr.

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Finke hat selber lange Zeit gesucht, bis er das Richtige fand. Nach der Ausbildung zum Zerspaner legte er das Abitur ab, war kurze Zeit selbstständig und begann später ein BWL-Studium, bis ihm klar wurde, dass er Steuerfachangestellter werden möchte.

In der Freizeit beschäftigt sich der Zittauer neben dem Sport immer mehr mit anderen Leuten. Als ein Bekannter, der seit Jahren auf Montage war, wieder als Lagerist in der Region Arbeit suchte, habe er sich darum gekümmert, so Finke. Er hat die infrage kommenden Firmen angerufen, Bewerbungen geschrieben und den Mann auf das Gespräch vorbereitet. Beim dritten Vorstellungsgespräch hat es geklappt. Weder Namen noch Firmen will der Berater nennen, denn Diskretion sei das A und O, sagt er. Oft sind es Geringverdiener, Leute mit abgebrochener Ausbildung oder großen Lücken im Lebenslauf, denen es besonders schwerfällt, sich zu verkaufen.

Rechtschreib- und Grammatikfehler und abschreckende Fotos sind neben der Unsicherheit der Bewerber die häufigste Ursache, dass es Absagen hagelt. Den kannst du so nicht auf die Menschheit loslassen, denke er manchmal, wenn er die Unterlagen seiner Kunden durchgehe. Spätestens dann sei sein Ehrgeiz geweckt.

Finke setzt genau an den Problemzonen an, je nach Bedarf. Mancher möchte nur, dass er die Bewerbung mal durchliest, andere brauchen Gespräche, eine Recherche zu Stellenangeboten oder ganz praktische Tipps. Mit seiner Erfolgsquote ist der Freizeit-Berater sehr zufrieden.

Die Bewerber tragen die anfallenden Kosten für Unterlagen und Fotos selbst. Finke berechnet eine Art Aufwandsentschädigung. Im Augenblick betreut er einen Ausländer. „Das ist eine besondere Herausforderung“, so der sportliche Zittauer.