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B96-Protestler fahren nach Berlin

Unter anderem stellt Komm-mit-Reisen aus Eibau die Busse. Das hat auch mit der Corona-Krise zu tun.

Entlang der B96 protestieren die Menschen regelmäßig gegen die Corona-Maßnahmen. Nun gibt es eine Groß-Demo in Berlin.
Entlang der B96 protestieren die Menschen regelmäßig gegen die Corona-Maßnahmen. Nun gibt es eine Groß-Demo in Berlin. © Archivfoto: Matthias Weber/photoweber.de

Seit Monaten demonstrieren Hunderte jeden Sonntag entlang der B96 gegen die Corona-Einschränkungen und dagegen, dass ihrer Meinung nach die Grundrechte der Menschen dadurch eingeschränkt werden. Jetzt wollen sie in der Hauptstadt auf sich aufmerksam machen. In den sozialen Medien, unter anderem in der Facebook-Gruppe "Stiller Protest B96" wird dazu aufgerufen, am 1. August an einer Demonstration in Berlin teilzunehmen. Dort ist eine Groß-Demonstration geplant. Die Demo steht unter dem Motto „Das Ende der Pandemie – Der Tag der Freiheit“. Dabei soll es unter anderem um „demokratischen Widerstand“, eine „Beendigung des Notstandsregimes“ und die „Verhinderung obrigkeitsstaatlicher Schikanen“ gehen. So wird es auf verschiedenen Internetseiten angekündigt.

Eine genaue Zahl von Teilnehmern aus der Oberlausitz ist nicht bekannt. "Aber es wird auf alle Fälle im dreistelligen Bereich sein", sagt Steffen Strenger. Der Ebersbacher engagiert sich ebenfalls gegen die Einschränkungen. Die Demonstrations-Fahrt sei nicht zentral organisiert. "Das übersteigt unsere Möglichkeiten." Jeder, der interessiert ist, könne sich individuell selbst um die Anreise kümmern. Mehrere Reiseunternehmen aus der Region bieten Fahrten nach Berlin zur zentralen Demo an, bestätigt Steffen Strenger.  Zwar seien es hier schon viele, die sich gegen die strengen Maßnahmen und deren Auswirkungen stellen, aber der Protest müsse noch mehr wahrgenommen werden von der Regierung und der Öffentlichkeit. Von der Demonstration in Berlin erhoffen sich die Oberlausitzer das. 

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Reiseunternehmen bieten Fahrt nach Berlin an

"Komm-mit-Reisen" aus Eibau ist eines der Unternehmen, das am Sonnabend Demonstrationsteilnehmer nach Berlin fährt. Für Verwirrung sorgte nun ein mittlerweile wieder gelöschter Eintrag auf der Internetseite der Firma. Da bot das Unternehmen für den 1. August eine „Demonstration in Berlin“ als Tagesreise an. Als Reisebeschreibung waren das Logo der „Grünen Woche“ und ein passender Begleittext abgebildet. Die nächste Grüne Woche findet aber erst im Januar 2021 statt.

Der Eintrag auf der Internetseite sei „ein technisches Versehen“ gewesen, wie Geschäftsführer Ulf Künzelmann sagt. Deshalb sei er wieder entfernt worden. Trotzdem starten zwei seiner Busse zur Hauptstadt-Demo. „Wir hatten viele Anfragen“, begründet der Geschäftsführer. Durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Auflagen fuhr die Reisebranche herbe Verluste ein. Das betraf auch die Eibauer. „Wir durften lange nirgendwo hin“, so der Geschäftsführer. Deshalb habe sich der Reiseveranstalter dazu entschieden, die Tagesfahrt nach Berlin zur Demo durchzuführen. Kostenpunkt pro Person: 39 Euro. „Organisator sind wir aber nicht“, erklärt Künzelmann.

Demo-Fahrt hilft nach Corona-Krise

Einer der Busse startet früh in Eibau, ein zweiter in Löbau am Bahnhof.  Freie Plätze gibt es bei "Komm mit" nicht mehr. „Die Busse sind voll“, bestätigt Ulf Künzelmann. Wie viele Plätze das sind, kann er nicht sagen. Er selbst sei in Berlin am Sonnabend nicht mit dabei. 

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Ein unbekanntes Pflaster ist die Hauptstadt für ihn jedoch keinesfalls. „An drei Demonstrationen haben wir teilgenommen, bei denen es um Soforthilfe für unsere Branche ging“, erzählt er. Bisher gab es als Hilfsangebot in der Corona-Krise für sein Unternehmen ausschließlich Kreditangebote. Nun steht eine Soforthilfe in Aussicht, die das Eibauer Unternehmen beantragt hat. Ab April mussten Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt werden. „Gottseidank geht es aber nun wieder los und Reisen beispielsweise innerhalb Deutschlands, nach Österreich und in die Schweiz sind wieder möglich“, blickt Künzelmann nach vorn.

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