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Zittau

B178 neu: Was im Jahr 2008 passiert ist

Südlich von Löbau begannen die Arbeiten am nächsten Abschnitt, nördlich wurde ein weiterer freigegeben. Ärger gab's in Polen. Und in Zittau eine Auszeichnung.

© Thomas Christmann

Am 30. Januar stellte das Bundesverwaltungsgericht mit seinem Urteil den Bau der B178 zwischen Löbau und Obercunnersdorf endgültig auf rechtlich sichere Füße. Die ersten gefällten Bäume zeugten parallel von den Vorbereitungen für die Trasse. Am 21. Mai war feierlicher Baubeginn (Foto). Bis zum Sommer 2010 sollte der Abschnitt fertig sein, der die erste Wildbrücke im Kreis Löbau-Zittau bekam.

© Steffen Scholz

Einen Monat schneller als erwartet, konnten die Arbeiten auf der Strecke von Löbau nach Nostitz beendet werden (Foto). Am 23. Oktober folgte die Freigabe für den Verkehr, da ein milder Winter zuvor die Arbeiten zügig voranschreiten ließ. Unklar war aber, wie es danach Richtung Autobahn weitergehen sollte. Die geplante Trasse führte durch ein Vogelschutzgebiet. 

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© SMWA/Roland Werner

Eigentlich sollte in diesem Jahr auch die Brücke über die Neiße gebaut werden und die Straße in Polen in dem Zuge gleich mit. Doch stattdessen verschob sich immer wieder der Beginn. Im März schrieb die polnische Seite die Arbeiten aus. Doch erst verzögerten Rückfragen von Baufirmen die Vergabe, dann fehlten dem Straßenbauamt Niederschlesien plötzlich zehn Millionen Euro. 

Der offizielle Grund: Steigende Bau- und vor allem Stahlpreise. SZ-Informationen hingegen besagten, dass die Kalkulation etwas großzügig ausfiel: So ließ die Wojewodschaft gleich noch Zubehör wie Rettungsfahrzeuge, Feuerwehr und Winterdienst einkalkulieren. Eine neue Ausschreibung - nur für Brücke und Straße - sollte folgen. Die deutsche Seite zeigte sich enttäuscht und verbittert.

In Tschechien hingegen sollte das fehlende Stück bis zur polnischen Grenze bis Oktober fertig sein, der dann noch fehlende Neubau der Verbindung von Hradek nach Bily Kostel 2009 beginnen.

Eine einmalige Auszeichnung gab es in diesem Jahr für den B178-Vorkämpfer Claus-Dieter Stolle, dessen familiäre Wurzeln in Zittau liegen. Die Städte des “Kleinen Dreiecks” Bogatynia, Hradek und Zittau ernannten ihn zum Ehrenbürger, weil er seit 1991 unermüdlich für die trinationale Trasse kämpfte. Nun ging der Ministerialdirigent des Bundesverkehrsministeriums in den Ruhestand.

© Matthias Weber

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Auch der damalige Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) kam nach Zittau, um zu den Chancen und Hintergründen einer nachhaltigen Entwicklung der neuen Bundesländer zu sprechen - und erfuhr Verbitterung. Herrnhuts Ex-Bürgermeister Rainer Fischer (CDU) nutzte zumindest den Termin, um ein Schreiben von Unternehmen zu überreichen, die für die B178 kämpfen. Tiefensee versprach, alles zu tun, damit diese schnell gebaut wird.

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