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Zittau

B178 neu: Was im Jahr 2010 passiert ist

Während ein weiterer Abschnitt fertig wurde, stockten die Planungen für die noch fehlenden Stücke im Süden und Norden - auch wegen eines Vogels.

© Thomas Christmann

In allen drei Ländern liefen Bauarbeiten an den im Vorjahr begonnenen Abschnitten der Straße. Immer noch bestand seitens der Politiker und anderer Befürworter die Hoffnung, dass der Verkehr 2012 durchgängig von der A4 durch die Oberlausitz rollen kann - und sogar bis nach Liberec. 

Am 23. November konnte das nächste Stück Straße freigegeben werden: Der Abschnitt von Löbau bis Obercunnersdorf (Foto). Damit war die neue B178 nun zumindest bis Nostitz durchgängig befahrbar. Schon zuvor durften Interessierte den neuen Streckenabschnitt bei einem Infotag zu Fuß, per Fahrrad oder mit Inlinern erkunden.  

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© Matthias Weber

Noch im selben Jahr sollten die Arbeiten an der Neißebrücke beginnen, genauso der erste Spatenstich für den Abschnitt von Obercunnersdorf nach Oderwitz erfolgen. Aber beides passierte nicht. Zwei Klagen erreichten dafür das Bundesverwaltungsgericht. Ein Landwirt aus Herrnhut hielt beispielsweise den Neubau für nicht notwendig und falsch geplant, vielmehr sollte die alte B178 ausgebaut werden - inklusive Umfahrung seiner Stadt. Die machte in dem Jahr eine Verkehrszählung. Ergebnis: Rund 50.000 Fahrzeuge  in einer Woche fuhren durch die schmale Durchgangsstraße in Herrnhut - und zeigte der Stadt die Notwendigkeit der Umfahrung.

Das fehlende Stück von Oderwitz bis Oberseifersdorf war ebenfalls von großen Widerständen begleitet. Öffentlich ausgelegte Pläne brachten zahlreiche Einwände von Einwohnern, Landwirten und Straßenbaugegnern. Ein Baubeginn rückte damit in weite Ferne. 

Für den Abschnitt von Nostitz zur A4 lagen ebenfalls die bereits überarbeiteten Pläne öffentlich aus. Das Problem: In der Gegend liegt ein internationales Vogelschutzgebiet. Und mittendrin: Der Ortolan (Foto). Der rief die Naturschützer schon auf dem Abschnitt von Löbau nach Obercunnersdorf auf den Plan, jedoch blieb ihre Klage damals ohne Erfolg. Dennoch verzögerte es das Vorhaben. Das sollte dieses Mal vermieden werden.

© AAG/dpa

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