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Zittau

B178 neu: Was im Jahr 2014 passiert ist

Bis nach Liberec ging's nun schneller voran. Auf deutscher Seite gab's neue Ideen, aber auch eine neue Verkehrsprognose - die zweifeln ließ.

© Thomas Christmann

Obwohl die B178 nun schon bis Nostitz ging, nahmen Ortsunkundige immer noch einen anderen Weg. Sie fuhren über die Dörfer in Richtung Löbau - gemäß der offiziellen Ausschilderung. Erst im Februar reagierte der Landkreis Bautzen und änderte diese.

Am neuen B178-Ende bei Oderwitz hingegen waren die neuen Wegweiser schon angebracht. Die sollten den Transitverkehr über die in Richtung Großhennersdorf ausgebaute S128 lenken. Dennoch waren auch verstärkt Fahrzeuge in die andere Richtung nach Oderwitz unterwegs, zumindest nach Ansicht der Anwohner. Verkehrszählungen des Landkreises bestätigten das nicht: Demnach lag die Zahl bei 2.000 Fahrzeugen pro Tag. Die Belegung sei für eine Staatsstraße völlig normal, hieß es.

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Die Interessengruppe B178 beantragte, dass Tempolimit der dreispurigen Abschnitte von 100 auf 120 hochzusetzen. Schließlich sei die Straße autobahnähnlich ausgebaut, sagte ihr Sprecher Michael Hiltscher. Doch der dafür zuständige Landkreis sah die baulichen Voraussetzungen nicht erfüllt. Stattdessen bekamen die Abschnitte einen grünen Mittelstreifen (Foto), um die Verkehrssicherheit zu erhöhen - dank einer neuen Richtlinie in Deutschland. 

© Matthias Weber

Am 1. Juli konnte auf tschechischer Seite der noch fehlende Abschnitt von Hradek nach Bily Kostel komplett freigegeben werden. Rund 70 Millionen Euro kostete das Vorhaben, das den Reiseweg zwischen den beiden Orten nun um die Hälfte verkürzte. Den Termin nutzten auch die Befürworter, um auf die Wichtigkeit der trinationalen Straße hinzuweisen (Foto). 

© Thomas Eichler

In Deutschland stand nun fest, wo der Abschnitt von Oderwitz bis Oberseifersdorf entlangführen soll: Nördlich und nicht mehr südlich des Pferdebergs. Vor allem Naturschutzbelange spielten bei der Entscheidung eine Rolle. Wann die Lücke an der Stelle aber geschlossen werden soll, darüber schwieg Sachsens Wirtschaftsministerium. Auch für den noch fehlenden Abschnitt von Nostitz bis zur A4 nannte es keinen Termin.

Gegner der Trasse zogen die bisher prognostizierte Verkehrsbelastung in Zweifel. Eine aktualisierte Verkehrsprognose gab ihnen recht: Statt 17.500 Fahrzeugen würde nun nur noch 12.500 Fahrzeuge die Straße pro Tag nutzen. Folglich favorisierte die vom Neubau der B178 betroffene Gemeinde Vierkirchen nun einen zweispurigen Ausbau bis zur A4. Doch der Freistaat hielt bis dato an seinem Plan fest. Auch die TU Dresden empfahl den vierspurigen Ausbau - aus Sicherheitsgründen.

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