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Zittau

B178 neu: Was im Jahr 2017 passiert ist

Die Straße bis nach Cottbus führen: Eine alte Idee kam neu auf. Ein Gesetz sollte die Arbeiten im Süden beschleunigen. Dort gab's auch so Fortschritte.

© Thomas Christmann

Eine alte Idee kam im Zuge der Diskussionen zum Strukturwandel in der Lausitz wieder neu ins Gespräch: Die Verlängerung der B178 in Richtung Norden (Grafik). Die Vorteile: Einheimische und Touristen kämen schneller voran, Firmen und Hochschulen könnten näher zusammenrücken, die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen würde dadurch beschleunigt, argumentierten Unternehmer der Interessengruppe B178. Letztlich böte das die Chance, Arbeitsplätze in der Kohle zu ersetzen. Unterstützung fand die Idee auch bei hiesigen Politikern.

Das Problem dabei: Der Ausbau ist nie Bestandteil des Bundesverkehrswegeplanes geworden - und das aus Gründen des Umweltschutzes. 

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© SZ-Grafik

Die Gründe: Das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft würde zerschnitten. Und für die Verbindung stünden schon die B115 und B156 zur Verfügung, auf denen so wenige Autos unterwegs seien, dass sich ein derartiger Eingriff in die Umwelt nicht rechtfertigen lasse, hieß es aus dem Sächsischen Wirtschaftsministerium. Dort favorisierte man lieber den Ost-West-Ausbau von Leipzig in Richtung Cottbus.

Um nun wenigstens die Planungen für die fehlenden Abschnitte im Süden voranzubringen, wollte die sich die Interessengruppe B178 im November für ein regional gültiges Beschleunigungsgesetz stark machen. Das gab es bereits von 1991 bis 2006. Mit dem Gesetz konnten Planungen vereinfacht und Bauvorhaben beschleunigt werden. Allerdings gab es damals schon Widerstand von Umweltverbänden, weil sie ihre Mitspracherechte verletzt sahen. 

© SZ-Grafik

Auch ohne Beschleunigungsgesetz kamen die B-178-Vorbereitungen einen kleinen Schritt voran: Für den Abschnitt von Oderwitz bis Oberseifersdorf lagen im April und Mai die Pläne öffentlich aus. Allerdings gingen 80 Einwände ein - diese mussten nun geprüft werden. Für die Strecke von Nostitz bis zur A4 war eine neue Vorzugsvariante gefunden - die alte. Mit zwei Unterschieden zur damaligen Planung: Sie wird nur noch dreispurig gebaut und an die bestehende A-4-Anschlussstelle angebunden. Das führte zu erneutem Ärger bei Anwohnern, die Lärm und zu viel Oberflächenwasser befürchteten, und bei Bauern, die unter Landverlust und Inselflächen zu leiden hätten.

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