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B178 neu: Was im Jahr 2018 passiert ist

Jetzt war auch Berlin im Gespräch - als Anfangs- oder Endpunkt der Straße. Keine Bewegung gab's auf den zwei fehlenden Abschnitten, dafür neuen Gegenwind.

© Thomas Christmann

Soll die B178 sogar bis nach Berlin gehen? Für die Befürworter war das durchaus denkbar. Mit einem Schreiben an Bundes- und Landtagsabgeordnete baute die Interessengruppe B178 Druck für den Weiterbau auf, indem sie unter anderem die Verlängerung bis in die Bundeshauptstadt vorschlug. 

Zudem forderte sie einen Baubeginn des Abschnitts von Oderwitz nach Oberseifersdorf bis Mitte 2019 sowie eine zeitnahe Lösung für den von Nostitz zur A4. Die Bevölkerung habe kein Verständnis mehr für Verzögerungen und Veränderungen, hieß es. Die Bürgermeister im Norden des Landkreises unterstützten den Ausbau der B178 bis zur A15 bei Cottbus, als ein Kernprojekt beim bevorstehenden Strukturwandel in der Lausitz. 

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Und auf einmal bewegte sich auch das Sächsische Wirtschaftsministerium, das eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gab. Damit sollen Nutzen und Kosten kalkuliert werden, die Ergebnisse werden Mitte 2019 vorliegen.

Keine Bewegung gab es auf den zwei noch fehlenden Abschnitten, im Gegenteil: So stand nach einer erneuten Anhörung und 17 weiteren Einwänden im Sommer fest, dass die Strecke von Oderwitz nach Oberseifersdorf keine Bau-Genehmigung erhält. Zu schwerwiegend waren die Einwände, unter anderem wegen des Schutzes eines Trinkwassergebietes und der Existenzbedrohung von Landwirten. Die Planungen mussten erneut überarbeitet werden. Demnach war auch klar: Ein Baustart 2018 ist ausgeschlossen. Nun war von Anfang 2020 die Rede - sofern keine Klagen eingereicht werden.

Auch beim Abschnitt von Nostitz zur A4 gab es neuen Gegenwind. Die Stadt Weißenberg - die wegen des Verkehrs durch ihren Ort den Neubau grundsätzlich befürwortet - wehrte sich nun dagegen, dass die Trasse durch ihr Gewerbegebiet führt. Ihr Stadtentwicklungskonzept sieht nämlich vor, dieses weiterzuentwickeln. Eine Lösung soll gefunden werden.

"Es sind Fehler in der Planung gemacht worden, wir dürfen uns keine mehr erlauben." - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (seit 2017, über die nicht fertiggestellte neue B178.
"Es sind Fehler in der Planung gemacht worden, wir dürfen uns keine mehr erlauben." - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (seit 2017, über die nicht fertiggestellte neue B178. © Thomas Kretschel

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