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Radebeul

Bacchus und der Weinbergschneck

Eine feine Ausstellung von Ines Hoferick lockt in die Hoflößnitz. Wer am Samstag dorthin geht, hat gleich zwei Kunsterlebnisse, plus angenehmes Klima.

Keramikerin Ines Hoferick mit einem ihrer Lieblingsstücke – dem Weinbergschneck. Zu sehen in der neuen Hoflößnitz-Ausstellung.
Keramikerin Ines Hoferick mit einem ihrer Lieblingsstücke – dem Weinbergschneck. Zu sehen in der neuen Hoflößnitz-Ausstellung. ©   Norbert Millauer

Radebeul. Frank Andert, der Museumschef der Hoflößnitz, trifft viele Leute in der Stadt. Daraus ergeben sich Ideen. Die jüngste ist ab diesem Samstag im Berg- und Lusthaus Wirklichkeit geworden. „Bacchus TONangebend“ heißt sie. Eine Ausstellung der Radebeuler Künstlerin Ines Hoferick.

Zu sehen nicht einfach Schalen und Töpfe. Ines Hoferick modelliert Lebenslust in Ton. Der Mittelpunkt ist freilich der Bacchus, der Weingott, sagt sie. Aber nicht so dick, betrunken und dominierend. 

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Neben dem – bei ihr gelockten – Jüngling, der sich mit den eigenen Händen selbst erschafft, treten auch der Genießer und Wein, Weib und Musik auf; ein Weinberg-Schneckenhaus, welches ihr beim Spaziergang mit dem Hund begegnete und aus dem der kleine König wie aus einer Höhle tritt, sowie auch Johann Georg III. Ihn hat die Künstlerin auf ihre gewitzte Art in Ton und Porzellan gezaubert. 

Kein Wunder, hat der kulinarisch verwöhnte Sachsenfürst doch die Hoflößnitz als Weintrunkstation auf dem Weg zum Bischof in Meißen errichten lassen. Wein wird hier seit 1401 angebaut.

Das Besondere an Ines Hofericks Ton ist die Brennweise. Raku-Brand nennt sich das und kommt aus Japan. Bei reichlich 1.000 Grad im Brennofen wird die Tür aufgerissen, die Tonstücke bekommen einen „Kälteschock“ und reißen. Im anschließenden Schwelbrand entsteht das begehrte und individuelle Craquelé. Wer sich anschauen möchte, wie das geht: am Sonntag, dem 14. Juli, 13 Uhr, zeigt Ines Hoferick den besonderen Brand auf der Freifläche am Knohllweg. 

Willkommen sind auch gerne Familien mit Kindern. Die Steppkes bekommen dabei einen Feuerwehrhelm aufgesetzt und Geschichten erzählt. Überhaupt mag es die 1963 in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) geborene und seit 1994 als Keramikerin arbeitende Künstlerin, anderen ihr Handwerk zu zeigen. Sie gibt regelmäßig Kurse in ihrem Studio an der Radebeuler Makarenkostraße 3. 

1994-2019 – 25 Jahre ist sie in Sachen Ton- und Porzellangestaltung unterwegs. Ausstellungen hatte sie bisher von der Ostsee über Berlin an vielen Orten in Deutschland, nur eben nicht in ihrer Wahlheimat Radebeul. Deshalb kamen Frank Andert und sie auf die erfreuliche Idee mit der Schau im Erdgeschoss vom Berg- und Lusthaus.

Vom kommenden Samstag bis zum 25. August wird die Ausstellung zu sehen sein, Eintritt frei. Und wer gleich am Samstag schauen geht, bekommt in der sommerlichen Hitze nicht nur die angenehme Kühle hinter den dicken Mauern zum Erholen. Es ist auch der letzte Tag der Gemäldeschau von Friedrich Porsdorf gleich gegenüber im Kavaliershaus.

www.hofloessnitz.de

www.keramikstudio-hoferick.de