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Bad lässt Schwimmmeister nicht los

Manche Berufe sind so gar nichts im Winter. Und trotzdem gibt es zu tun. Wie für Schwimmmeister Lutz Porsche vom Freibad in Geringswalde.

Von Marion Gründler

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Längst hat Lutz Porsche die Badehose gegen Thermojacke und Strickmütze getauscht. Wenn das Geringswalder Freibad an der Auenstraße nach rund vier Monaten Badebetrieb im September seine Pforten schließt, kommt auf den Schwimmmeister mit Herbstbeginn viel Arbeit zu, ehe wirklich alles dicht und für kommende Fröste vorbereitet ist.

Im Sommer gibt es für den Dittmannsdorfer kein Pausieren, dann ist für ihn rund um die Uhr Stadtbad angesagt. Und dann stauen sich auch schon mal Überstunden im höheren dreistelligen Bereich. „Die muss ich jetzt abbauen“, sagt Lutz Porsche. Wenn Not am Mann ist, unterstützt der 55-Jährige die Mitarbeiter des Geringswalder Bauhofes.

Doch noch scheinen Schneegestöber und knackige Minusgrade in weiter Ferne. Und so macht Lutz Porsche das, was er in dieser Jahreszeit immer macht: Er schaut regelmäßig im Freibad vorbei. Es liege nun mal am Weg, wenn er von seinem Grundstück an der Straße Am Auenbach Richtung Innenstadt unterwegs ist. Sind Fenster und Türen von Sanitärtrakt und Nebengelassen fest verschlossen? Und hat auch keiner aus Langeweile heraus irgendeinen Schabernack auf dem rund 11 000 Quadratmeter umfassenden Gelände getrieben? Sitzen die Eisdruckpolster in der richtigen Position? Die hat er kürzlich an Längs- und Querseite des großen Beckens angebracht. „Eine Fädelei, die Geduld und Zeit erfordert“, sagt Porsche und lacht.

Und selbst wenn draußen alles seinen Gang geht, bleibt im Kassenhäuschen genug zu tun. Dann macht er es sich mollig warm. Und plant die nächste Saison. „Und die beginnt für mich weit vor der eigentlichen Saisoneröffnung“, verdeutlicht er. Anfang, Mitte März gehe es bereits an die erste Grobreinigung der Becken. Laub in -zig Containern muss zusammengetragen und dann abtransportiert werden. „Natürlich nicht von mir allein. Die Kameraden der Wasserwacht sind sehr aktiv, und die Einsätze der Harthaer Oberschüler gehören inzwischen zum festen Programm.“

Sind die Reste des Winters vom Gelände gefegt, geht es an notwendige Reparaturen an der Beckenkrone und im Beckeninnern. Frische Farbe muss auch noch drauf. „Und die muss erst richtig getrocknet sein, ehe es ans Befüllen des Beckens geht“, beschreibt Porsche die Abläufe. Allein mehr als zehn Tage dauert es, bis mehr als 2000 Kubikmeter Wasser ins Becken geplätschert sind. Dazu kommt noch der Check der Umwälzanlage und Leitungen, die auf Dichtheit geprüft werden müssen. Da müsse alles reibungslos klappen, konstatiert Porsche, schließlich stehe der Termin für die alles entscheidende Hygieneabnahme.

Klinkt sich Lutz Porsche tatsächlich mal vom Geschehen rund um „sein“ Bad aus, dann wartet eine lange Liste an Liegengebliebenem in Haus und Grundstück auf ihn. Wie schon bei Vorgänger Günther Lottes richten sich sämtliche Abläufe nach der Badesaison. Inklusive Urlaub, der in dieser Zeit ausgeschlossen ist. Und einfach mal jetzt in der kalten Jahreszeit Richtung Süden und in die Wärme ziehen, ist bei Porsche momentan kein Thema. Durch die Kinder ist die Familie von den Schulferien abhängig. Das stört den Schwimmmeister aber nicht im Mindesten. „Ich wandere gern. Auch hier in der Region. Wir müssen nicht sonst wohin. Hauptsache wir sind draußen.“ Und die grüne Lunge habe er ja quasi gleich vor der Haustür. (FP)

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