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Bad Muskau fehlt Tempo-30-Schild

Es gab etliche Einsprüche gegen das Blitzen. Die Stadtverwaltung Bad Muskau gab eine seltsame Erklärung ab.

© Peter Steffen/dpa

Bad Muskau. Ein 70-jähriger Autofahrer aus Krauschwitz wurde am 18. Oktober 2019 auf der Schmelzstraße in Bad Muskau, Höhe Neißedamm, geblitzt. Er fuhr von Bad Muskau nach Krauschwitz. Im angeblichen Tempo-30-Bereich war er um 21 km/h zu schnell unterwegs. Das bescherte ihm einen Bußgeldbescheid des Landratsamtes mit dem Regelsatz von 80 Euro. 

Dagegen legte er form- und fristgerecht Widerspruch ein. In der Verhandlung vor dem Amtsgericht Weißwasser sagte der Krauschwitzer, der Blitz habe ihn getroffen, wie einen der Blitz eben trifft: Nämlich völlig unerwartet. Er wollte nach Polen, unterwegs fiel ihm ein, zu Hause das Portemonnaie vergessen zu haben. Über die Schmelzstraße fuhr er also wieder nach Krauschwitz. Anderntags fuhr er die Strecke noch mal ab, ein Tempo-30-Schild hat da nicht gestanden. Erst Wochen später sei es wieder da gewesen.

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Amtsrichter Frank Trepzik verlas die verkehrsrechtliche Anordnung zu dessen Aufstellung vom 11. Oktober 2019. Tatsache ist aber: Zur Blitzzeit am 18. Oktober war es noch nicht aufgestellt. Der Messbeamte vom Landratsamt konnte das nur bestätigen. Mit dem Tempo 30 tut sich Bad Muskau schwer, ließ der Zeuge wissen. Es gibt mehrere Zufahrten in die fast stadtdurchgängige 30er-Zone, die nicht entsprechend beschildert sind. Das habe er auch dem Landratsamt mitgeteilt. Doch die Stadtverwaltung Bad Muskau sehe keinen Handlungsbedarf, das zu ändern. Wahrscheinlich müssten erst weitere geblitzte Autofahrer ihre Einsprüche tätigen. Wer das nicht tut, hat so gesehen eben Pech gehabt. Das Verfahren gegen den Krauschwitzer Autofahrer hat Amtsrichter Frank Trepzik natürlich eingestellt. (Jost Schmidtchen)

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