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Bad Schandau sucht seinen Weg nach vorn

Angesichts der Finanzmisere fällt es gegenwärtig schwer, sich Bad Schandau in zehn oder 20 Jahren vorzustellen. Die Kurstadt muss den ohnehin schon knappen Haushalt weiter zusammenstreichen, damit sie überhaupt wieder handlungsfähig wird.

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Von Heidi Körner

Angesichts der Finanzmisere fällt es gegenwärtig schwer, sich Bad Schandau in zehn oder 20 Jahren vorzustellen. Die Kurstadt muss den ohnehin schon knappen Haushalt weiter zusammenstreichen, damit sie überhaupt wieder handlungsfähig wird. Der Vorschlag, wie sich die Stadtkasse in den nächsten Jahren erholen soll, wurde kürzlich von der Rechtsaufsicht abgeschmettert. Geplante Kredite, die nicht der Beseitigung von Hochwasserschäden dienen, dürfen 2003 nicht aufgenommen werden. Damit stehen der Ausbau der B 172 in Postelwitz oder die weitere Sanierung der Grundschule auf der Kippe.

Konsequenz für Bürgermeister Andreas Eggert (parteilos): Es wird nur umgesetzt, was der Tourismus- oder Wirtschaftsförderung dient. Erst wenn die Stadt wieder Einnahmen hat, werden auch Vorhaben in Angriff genommen, die den Bürgern dienen. Was Verwaltung und letztlich Stadtrat wirklich streichen werden, ist noch nicht beschlossen. Doch es wird weh tun, kündigt Eggert an. Im Oktober-Stadtrat muss die Verwaltung die Karten auf den Tisch legen. Und da werden einige den Schwarzen Peter ziehen.

Der Ratschef versucht die Flucht nach vorn. Verwaltung und ein Beraterteam aus Bayern haben begonnen, Perspektiven für Bad Schandau zu zeigen. Frei nach dem Motto: Wenn man weiß, wohin der Weg führt, nimmt man eher auch beschwerliche Abschnitte in Kauf.

Und so wurde seit kurzem auch begonnen, die Bad Schandauer selbst in die Visionen für ihre Stadt mit einzubeziehen. Zu welchem Ergebnis die Recherchen bisher geführt haben, darüber wird Andreas Schüler vom Steinbeis-Transferzentrum am kommenden Donnerstag sprechen. Dann nämlich stellt die Sächsische Zeitung in einem Forum die Frage, wo Bad Schandau in zehn, 15 oder 20 Jahren steht.

Natürlich wird auch Bürgermeister Eggert seine Ideen vorstellen. Vor allem aber sollen die Bürger der Kurstadt die Gelegenheit haben, ihre Hinweise oder Vorschläge einzubringen. Tourismus- und andere Fachleute werden ihnen Rede und Antwort stehen.

SZ-Forum: 25. September, 19 Uhr, Nationalparkhaus Bad Schandau