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Baden im Baggersee ist lebensgefährlich

Das Unternehmen Grafe Beton warnt vorm Betreten der Kiesgruben. Auch Schilder halten Unbefugte nicht vom Baden ab.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Stop, Achtung Lebensgefahr! So warnt das Unternehmen Tamara Grafe Beton aus Schönfeld Unbefugte, die in den aktiven Baggerseen in Stölpchen und Brockwitz baden wollen. Zwar verleiten die heißen Temperaturen zum Sprung ins kühle Nass ohne weiten Anfahrtweg und ohne Eintritt. Doch in den Kiessandtagebauen ist das Baden strengstens untersagt – im Interesse der eigenen Gesundheit, wie die Firma unterstreicht.

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Weingarten im Bürgergarten
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Doch selbst der Schwimmbagger hält Jugendliche nicht davon ab, die Schilder und Absperrungen zu ignorieren. An das Stölpchener Gewässer kommen die Unvernünftigen, wenn sie wollen, durch den Wald. Dass sie unbefugt Betriebsgelände betreten, scheint ihnen egal zu sein. Zwar ist in den letzten Jahren kein schlimmer Unfall mehr passiert. Doch können sich manche noch gut an den Badeunfall im Juni 2006 erinnern. Ein 17-Jähriger sprang an jenem Sonntagnachmittag in Stölpchen kopfüber in seichtes Wasser. Dabei verletzte er sich schwer an der Wirbelsäule und musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht werden. Heute ist Daniel Friedrich aus Lüttichau querschnittsgelähmt. Der 25-Jährige warnt: „Das war damals leichtsinnig.“ Er sei an einer unübersichtlichen Stelle ins Wasser gesprungen, die den Eindruck machte, dass es tief abgeht.

Genau deswegen warnt auch die Polizei vorm Baden an Stellen, an denen es nicht gestattet ist. „Außerdem kann das Baden in derartigen Gewässern lebensgefährlich sein“, schätzt Thomas Knaup von der Pressestelle der Polizei. Erst recht gefährlich sei das Baden nach dem Konsum von Alkohol.

Ein Lied von unliebsamen Badegästen kann auch das Kieswerk Ottendorf singen, genauer gesagt die Transportbeton Ottendorf-Okrilla GmbH (TBO). Ungebetene Badegäste gab es dort jüngst zu Pfingsten – mit Folgen. Die Feuerwehr musste das Tor zum Firmengelände öffnen, damit Rettungsdienst und Polizei auf das Areal fahren konnten. Ein Schwimmer hatte sich eine Schnittwunde zugezogen. Am Pfingstmontag wurde sogar eine leblose Person gefunden. „Sie wurde ins Krankenhaus gebracht“, sagte der diensthabende Polizeiführer. Immer wieder klettern Badegäste über den Zaun, um in die Kiesgrube zu gelangen. Es handelt sich aber um eine bergbauliche Anlage, in der leicht eine Böschung abrutschen kann. Auf die Verursacher der Einsätze könnten jetzt erhebliche Schadensersatzforderungen zukommen. Auch Ende Mai wurden schon Wasserratten von der Polizei abgeholt. Sieben junge Männer im Alter zwischen 17 und 26 Jahren sowie eine Frau (25) hatten sich diesen ungeeigneten Ort für ihr Badevergnügen ausgesucht. Der Leiter des Kieswerkes, Thomas Gruschka, verschloss gegen 21.45 Uhr kurzerhand das Zufahrtstor und informierte danach die Polizei. Diese kam sofort und nahm die Personalien der ungebetenen Badegäste auf. Auf sie kommen Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruch zu.