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Badeseen haben Topqualität

Ohne Angst vor gesundheitlichen Risiken kann jetzt gebadet werden. Der Berzdorfer See hat seinen eigenen Test.

© Pawel Sosnowski/80studio.net

Von Jenny Thümmler

Die Ersten waren am Freitag vor Pfingsten schon im Berzdorfer See baden. Da auch fürs Wochenende Temperaturen jenseits der 30 Grad angekündigt waren, wurde es voll am Strand. Sorgen um seine Gesundheit musste sich dabei niemand machen. Pünktlich zum Start der Badesaison sind jetzt auch wieder die Gesundheitsämter unterwegs und testen die Wasserqualität, um rechtzeitig vor Gesundheitsrisiken warnen zu können.

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Das Problem: Der Berzdorfer See ist bei diesen regelmäßigen Proben außen vor. Im Landkreis Görlitz werden vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz nur Halbendorfer See, Bärwalder See, Talsperre Quitzdorf und Olbersdorfer See überwacht. Die Ursache liegt in der Einstufung der Berzdorfer Sees. Er gilt anders als die anderen vier Seen nicht als EU-Gewässer. Da die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) ihn noch nicht aus dem Bergrecht entlassen hat und er somit weiterhin unter Aufsicht steht, kann er nicht als EU-Gewässer angemeldet werden. „Eine Neuanmeldung von Tagebaurestseen als EU-Gewässer erfolgt immer erst nach Abschluss der Überwachungsmaßnahmen“, erklärt Ralph Schreiber, Sprecher des Ministeriums für Soziales und Verbraucherschutz. Der See solle nach Angaben der LMBV frühestens in fünf bis sechs Jahren aus der Bergaufsicht entlassen werden.

Kommt es aber eines Tages zu dieser Freigabe, hat der See gute Chancen, EU-Gewässer zu werden und somit regelmäßig untersucht zu werden. Die anderen Kriterien – zum Beispiel ob Baden erlaubt ist, viele Badegäste erwartet werden oder ob er regionale Bedeutung hat – erfüllt er.

Berzdorfer See als wilde Badestelle

Die Badegäste am Berzdorfer See müssen aber nicht im Trüben schwimmen. Das Gesundheitsamt des Landkreises Görlitz untersucht die Qualität des Wassers trotzdem mit. Es führt den See dafür als sogenannte „wilde Badestelle“, teilt Landkreissprecherin Marina Michel mit. „Dafür gibt es keine gesetzlichen Vorgaben. Im Landkreis werden diese Badestellen in der Regel zweimal in der Badesaison durch eine Wasserprobenahme überwacht.“ Bei langanhaltenden Schönwetterperioden könne dies auch häufiger passieren. Aktuelle Daten liegen noch nicht vor. Die erste Probenentnahme des Berzdorfer Sees ist für Juni geplant. Die Ergebnisse können dann direkt beim Gesundheitsamt erfragt werden.

Die Untersuchungsergebnisse der anderen Seen im Landkreis sehen derweil gut aus. Für jeden einsehbar stehen sie öffentlich im Internet. Allen vier Seen wird eine „sehr gute mikrobiologische Wasserqualität“ bescheinigt. Talsperre Quitzdorf, Halbendorfer See und Tagebaurestsee Olbersdorf sind sogar in die Kategorie „Ausgezeichnete Badegewässerqualität“ eingestuft. Der Bärwalder See bei Boxberg gilt erst seit 2012 als EU-Gewässer und wird erst im kommenden Jahr in eine Kategorie einsortiert. Bislang liegen nicht genügend Proben dafür vor, heißt es.

Laut Ministerium werden während der Badesaison alle zwei Wochen Proben aus den Seen genommen. Die Ergebnisse stünden dann ein bis zwei Wochen später im Internet zur Verfügung. Gegenwärtig scheinen diese Vorgaben aber in Verzug zu sein. Für den Halbendorfer See beispielsweise sind noch die Daten vom 8. Mai online, beim Olbersdorfer See vom 13. Mai. Insgesamt werden in Sachsen 34 Badeseen untersucht. „Von bester Qualität sind viele der Tagebaurestseen um Leipzig oder in der Lausitz“, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. Wie sich im Laufe der Zeit Algen entwickeln, hänge vom Wetter ab. Vor allem der Quitzdorfer Stausee ist davon seit Jahren stark betroffen.

www.gesunde.sachsen.de/badegewaesser.php