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Bäckerei öffnet im Bautzener Bahnhof

Im Café Dreißig bekommen seit Donnerstag Reisende Backwaren und Snacks. Wer sich Zeit nimmt, entdeckt Interessantes.

Von Carmen Schumann
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Zu den ersten Kunden der Bäckerei Dreißig im Bahnhof Bautzen gehörte am Donnerstag Ingrid Waurick. Sie wurde von Susann Mettke (l.) und Antonia Scholz bedient.
Zu den ersten Kunden der Bäckerei Dreißig im Bahnhof Bautzen gehörte am Donnerstag Ingrid Waurick. Sie wurde von Susann Mettke (l.) und Antonia Scholz bedient. © Carmen Schumann

Bautzen. Ein leckeres Hackepeter-Brötchen und einen Kaffee dazu – das war am Donnerstag das Frühstück von Ingrid Waurick. Dieses nahm die Bautzenerin allerdings nicht zu Hause ein, sondern auf dem Bahnhof. Sie war eine der ersten Kunden, die nach langer – wortwörtlich zu nehmender – Durststrecke, auf dem Bahnhof wieder etwas zu sich nehmen konnten.

Mit Spannung erwartet wurde daher die Neueröffnung einer gastronomischen Einrichtung in der komplett umgestalteten Empfangshalle. Nachdem die in Guben ansässige Bäckerei Dreißig im Oktober die Räume von der Baufirma übernommen hatte, konnte nun am Donnerstag die Einweihung gefeiert werden. Ingrid Waurick gefiel die Gestaltung sehr gut. „Es ist ein wunderbares Ambiente“, sagte sie. Da sie auf der Taucherstraße wohnt und auch schon Stammkundin der Bäckerei-Dreißig-Filiale im Kornmarkthaus ist, wird sie sicher auch künftig öfter mal auf einen Kaffee und ein Brötchen hereinschauen. Mit dem Bahnhof verbindet die Bautzenerin zudem noch eine besondere Erinnerung. In den 60er-Jahren war ihre Mutter die Geschäftsführerin der Mitropa-Gaststätte im Bahnhof. Mit ihren beiden Schwestern ist Ingrid Waurick als Kind der Mutter an den Wochenenden so manches Mal zur Hand gegangen.

54 Sitzplätze

Manuela Löser, die Verkaufsleiterin der Bäckerei Dreißig, war am Donnerstagvormittag sehr erfreut über den bereits sehr regen Zuspruch. Durchaus nicht nur Bahnreisende fanden sich ein, um den Kaffee zu testen, ein Stück Kuchen oder einen kalten oder warmen Snack zu probieren. In den zur Bahnhofshalle zu von einer Glasfront eingerahmten Räumen gibt es 54 Sitzplätze. Einige davon direkt neben der Theke, andere in den hinteren Räumen, in denen sich früher die Fahrkartenausgabe befand. Zurzeit muss die Bäckerei auch noch von dieser – der Ostseite – betreten werden, weil die Bahnhofshalle noch nicht geöffnet ist. Ab dem 24. Januar, dem Tag der offenen Tür, soll diese dann wieder zugängig sein. An der Ostseite wird zudem in der warmen Jahreszeit ein Freisitz eingerichtet, der 62 Sitzplätze bietet.

Der Gastraum wurde von der mit der Bäckerei Dreißig kooperierenden Ladenbaufirma Korte bahn-typisch eingerichtet mit witzigen Ideen. So gibt es beispielsweise „Gepäckablagen“ wie in einem Zugabteil. Eine große, wie eine Tapete wirkende historische Landkarte zeigt die Sehnsuchtsziele, welche die Bautzener früher mit durchgängigen Zügen erreichen konnten.

Momentan hat das Café von 7 bis 18 Uhr geöffnet. Wie Manuela Löser sagt, können die Öffnungszeiten aber dem tatsächlichen Bedarf angepasst werden. Wenn es sich erweisen sollte, dass die Benutzer der ersten Züge am Morgen die Angebote nutzen wollen, kann auch schon um 5 Uhr geöffnet werden, Es müsse sich alles noch einspielen. Deshalb sind zurzeit auch noch einige Mitarbeiterinnen hier tätig, die von anderen Filialen „ausgeborgt“ wurden. Die insgesamt drei Schichten sollen künftig von zehn Mitarbeiterinnen abgedeckt werden. Zwei Plätze seien noch zu besetzen, sagt Manuela Löser. Auf alle Fälle können Reisende, aber auch Bautzener im neuen Café frühstücken, zu Mittag essen und ein Abendbrot einnehmen. Wer es ganz eilig hat, kann sich alle Speisen und Getränke – auch die warmen – einpacken lassen und dann im Zug in aller Ruhe verspeisen.

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