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Bäckermeister schaffte E-Bikes an

Roland Ermer weiß, dass heute auch „weiche“ Faktoren für ein gutes Arbeitsklima sorgen, und lässt sich das einiges kosten.

Drei E-Bikes wie diese hat der Bernsdorfer Bäckermeister Roland Ermer angeschafft. Seine Mitarbeiter können diese gratis in ihrer Freizeit nutzen.
Drei E-Bikes wie diese hat der Bernsdorfer Bäckermeister Roland Ermer angeschafft. Seine Mitarbeiter können diese gratis in ihrer Freizeit nutzen. © Foto: Ralf Grunert

Bernsdorf. Seit gut zwei Monaten gehören zum Fuhrpark der Bernsdorfer Bäckerei neben diversen Transportfahrzeugen auch drei Fahrräder, genauer gesagt drei E-Bikes. Mit diesen wurden seither schon reichlich Kilometer abgespult, allerdings nicht, um Brot und Brötchen ausgefahren. Vielmehr stehen sie den Bäckerei-Mitarbeitern zur Verfügung – für ihre Freizeitgestaltung.

Als Eigentümer und Arbeitgeber weiß Roland Ermer, dass heutzutage bei der angespannten Arbeitskräftesituation sogenannte weiche Faktoren immer mehr Bedeutung gewinnen, wenn es darum geht, einen attraktiven Arbeitsplatz zu bieten. Es gelte, Anreize zu schaffen und auch mal etwas außer der Reihe zu bieten. Im konkreten Fall ist es die kostenlose Nutzung der E-Bikes. „Ein normales Fahrrad hat jeder. Aber wer erst einmal ein E-Bike ausprobiert hat, möchte das nicht mehr hergeben. Es ist klasse, mit so einem Teil zu fahren“, hält der Bäckermeister mit seiner Begeisterung nicht hinterm Berg.

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Als er zu Beginn des Jahres zufällig erfahren hat, dass es kein geldwerter Vorteil ist, wenn er seinen Beschäftigten E-Bikes zur Verfügung stellt, musste er nicht lange überlegen. „Es wird steuerlich nicht bestraft, also habe ich es gemacht.“ Bei einem Stückpreis von 2 500 Euro ließ sich Roland Ermer nicht lumpen, wie es so schön heißt. „So eine Anschaffung ist etwas, womit man zeigen kann, ihr seid mit etwas wert.“

Zwischenzeitlich hat er sich auch mal mit der Anschaffung von Elektro-Dienstwagen befasst. Auch das würde steuerlich noch halbwegs funktionieren. „Aber drei Dienstwagen anzuschaffen, das übersteigt meine Möglichkeiten erheblich.“

Eines der neuen E-Bikes hat er selbst zwar erst ein- oder zweimal genutzt. „Die Räder sind ja nicht für mich da, sondern für meine Leute.“ Und die sind immer häufiger damit auf Achse. „Ein Bedarf entwickelt sich, wenn ein Angebot da ist“, davon ist Roland Ermer überzeugt. Sein Hausmeister zum Beispiel hat ein E-Bike zur Fahrt nach Hause und auf Arbeit genutzt. „Der wohnt in Wittichenau. Mit einem E-Bike ist diese Strecke überhaupt kein Problem.“ Auch zu Wochenend-Ausflügen waren die E-Bikes schon unterwegs. Plötzlich ist der Senftenberger See gar nicht mehr so weit entfernt.

Die E-Bikes sind übrigens vollkaskoversichert. Das hat sich schon ausgezahlt. Als sein Bäckerlehrling kürzlich mit dem E-Bike einen Supermarkt in Bernsdorf aufgesucht hat, wurde von einem Unbekannten der Schlauch einer Hydraulikbremse am Fahrrad beschädigt. „Den zu beschädigen ist gar nicht so einfach“, sagt Roland Ermer und unterstellt, dass „eine gehörige Portion unbegründete Missgunst der Auslöser“ für diese Tat war. Sein Lehrling hat den Schaden erst bemerkt, als das Betätigen der Bremse wirkungslos blieb und Bremsflüssigkeit gegen seine Beine gespritzt ist. Zum Glück sei dem Mitarbeiter nichts passiert.

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