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Bälle schieben zu rockigen Klängen

Freizeit. Sport gehört in der Gemeinde zum guten Ton. Betätigungsfelder gibt es dafür genug. Dank Dirk Tröger kam jetzt eine Bowlingbahn dazu.

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Von Manuela Reuß

Highway to hell“ röhren die Rocker von AC/DC – allerdings nur von der Musik-Konserve – durch die Halle, die Skyline von New York flimmert im Schwarzlicht und Elvis schaut von der Wand dem Treiben zu. Rock-Bowl nennt sich die funkelnagelneue Bowlingbahn, die es seit Anfang Oktober in der Gemeinde Laußnitz gibt. Dirk Tröger hat sie in der ehemaligen Kegelhalle am Sportplatz einbauen lassen. Rund 57 000 Euro kostete den 37-Jährigen, der seit Juli 1999 den Laußnitzer Hof führt, das Ganze.

Rock als Markenzeichen

Rock ’n’ Roll soll das Markenzeichen dieser Freizeitanlage sein. „Von A bis Z – von AC/DC bis ZZ-Top“, erklärt der eingefleischte Rockliebhaber. Dass er sich aber nicht nur in Sachen Rock ’n’ Roll auskennt, sondern auch auf seiner neuen Bahn die Bowlingkugeln gekonnt zum Rollen bringt beweist er ohne mit der Wimper zu zucken: Ein Griff zum runden Sportgerät, konzentrierte Ausgangsposition, Anlauf, der Kunststoffball rollt nach hinten, es klingelt – Strike. So heißt es in der Bowlingsprache, wenn alle zehn Pins umfallen. Dennoch ist der Laußnitzer nicht ganz zufrieden. Die Bahn müsse geölt werden resümiert er. Alle drei Tage sei das nötig, „Damit die Kugel richtig hinter schiebt“.

Eigentlich, so erzählt Dirk Tröger, sei die Investition so eine Art Vorpreschen gewesen. Denn ohne die Bowlingbahn hätte er im Sportlerheim, welches er seit drei Jahren neben seiner Gaststätte bewirtschaftet, sicher die Segel gestrichen. Eine Bowlingbahn hätte auch die Gemeindeverwaltung in die leerstehende Halle einbauen lassen. Allerdings erst in zwei, drei Jahren. Viel eher hätte es das Gemeindesäckel nicht zugelassen. Also ergriff der Gastronom selbst die Initiative. Kaum waren die Kegelbahnen abgebaut, rückten die Bauleute für die Nachfolgeranlage an.

Dass er mit seiner Investition im sportlichen Laußnitz genau an der richtigen Adresse ist, hat sich bereits gezeigt. Nicht nur zur Einweihung am Tag der deutschen Einheit, als sich Besucher am Sportplatz quasi die Klinke in die Hand gaben. Einen Tag vor der Einweihung fand mit einer Familienfeier quasi die Generalprobe für die Eröffnung statt. Erwartungsgemäß ohne Komplikationen. Und auch vor und über Weihnachten sind schon nahezu alle Termine für Weihnachtsfeiern vergeben. Kein Wunder, für Firmenjubiläen, Familienfeiern, Kindergeburtstage und ähnliche Festivitäten bietet sich die Bahn an. „Hier ist man unter sich. Das finde ich schön. In Dresden beispielsweise, auf diesen großen unpersönlichen Bahnen, hab’ ich nie so gerne gespielt“, verrät der Wirt. Und auch von der Lage ist die Laußnitzer Bahn ganz gut angesiedelt. Bowlen kann man in Kamenz oder auch in Ottendorf-Okrilla. „Wir liegen genau dazwischen.“

Investition bringt Arbeit

Die Bahn in Laußnitz baute ein Bowlingbahnspezialist aus Hannover ein, die Wandgemälde stammen von einem Berliner Künstler. Doch alle anderen Arbeiten – Tischlerei, Malerei und Elektrik – führten einheimischen Firmen aus. Doch die Trögersche Investition brachte nicht nur Handwerkern Arbeit. Der 37-Jährige stellte auch zwei neue Mitarbeiter ein. Denn Gasthof, Sportlerheim und Bowlingbahn allein zu bewirtschaften würde sich dann doch als etwas schwierig erweisen. „Und gerade im November und Dezember sind allein schon durch die vielen Weihnachtsfeiern immer eine Menge Veranstaltungen im Plan“, weiß der Gastwirt.

Gerade ist die Einweihung der neuen Bowlingbahn über die Bühne schon kocht der umtriebige Laußnitzer Wirt das nächste Happening an. Zum Männertag 2007 wird es ein Comedyfestival geben. „Die ersten Verträge sind schon unter Dach und Fach.“ Dafür hat der Gastronom auch schon einen ganz besonderen international bekannten Überraschungsgast aus Österreich an der Hand.