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Bäume statt Bolzplatz

Weil Quitzdorf Wald gerodet hat, muss die Gemeinde aufforsten. Aus einem alten Sportplatz wird so vielleicht bald ein Wäldchen.

Von Alexander Kempf

Sportplatz würde Quitzdorfs Bürgermeister Günter Holtschke die Brache gegenüber vom ehemaligen Kollmer Kino nicht nennen. „Das ist der reinste Wildschweinacker.“ Vor Jahren sei die Fläche schon einmal gefräst und geglättet worden. Nun könnte sie sich erneut verwandeln – in ein Wäldchen.

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Denn die Gemeinde muss neue Bäume pflanzen, da sie vor drei Jahren am einstigen Kinderkurheim in Kollm andere gefällt hat. Was in den Augen von Bürgermeister Günter Holtschke damals nur Wildwuchs ist, stuft das Forstamt hingegen als Wald ein. Darum besteht die Behörde auch bis heute auf Ersatz.

Die Gemeinde bemüht sich um Aufforstung, versichert der Bürgermeister. Erst Ende März hat er nahe der Kirche in Kollm 300 Laubbäume pflanzen lassen. „Ich muss das abarbeiten, sonst kriege ich Ärger“, sagt Günter Holtschke. Zugleich hat er aber auch die Kasse der Kommune im Blick und sucht nach der günstigsten Lösung. „Wir müssen ja nicht sinnlos Geld ausgeben.“

Denn je nach Standort der Bäume ändern sich auch die Kosten. Das Pflanzen selbst sei dabei nicht das Problem. Es gilt vielmehr, die jungen Bäume auch vor Tieren zu schützen. Deswegen müssen sie kostspielig eingezäunt werden. Aus diesem Grund scheut der Bürgermeister eine Anpflanzung auf dem freien Feld. Zugleich weiß er aber, dass das Forstamt auf eine zusammenhängende Fläche besteht. Zwischen 1 500 und 2 000 Quadratmeter muss Quitzdorf noch aufforsten, schätzt Günter Holtschke. Ob auf dem ehemaligen Sportplatz in Kollm aber tatsächlich bald Kiefern in den Himmel wachsen, sei noch nicht abschließend geklärt.

Der nun mit der Aufforstung verbundene Aufwand ist für die Gemeinde doppelt tragisch. Denn die Bäume am Kinderkurheim in Kollm hat Quitzdorf am See 2011 nicht ohne Grund fällen lassen. Ein Investor wollte damals das über mehr als zehn Jahre leer stehende Gebäude in eine Anlage für betreutes Wohnen umwandeln. Dafür braucht es jedoch zunächst einen 30-Meter- Sicherheitsabstand zum Wald. Als die Finanzierung des Altersheims ein Jahr später scheitert, sind die Birken auf dem Gelände schon längst gefällt.