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Baguette trifft Schwarzbrot

Sebnitz. Statt nur Vokabeln zu pauken, begaben sich einige Schüler auf eine Reise nach Frankreich.

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Von János Joó

Schon wer den Namen Camaret-sur-Mer hört, weiß: Das kann nur in Frankreich sein. 14 Schüler des Sebnitzer Goethe-Gymnasiums können aber Genaueres erzählen, schließlich verbrachten sie eine Woche in dem Städtchen in der Bretagne.

„Es war eine Sprachbegegnungsreise“, erklärt Friederike Schreiber. Die Neuntklässlerin lernt wie die meisten Mitfahrer seit der siebenten Klasse Französisch als zweite Fremdsprache. „Wegen der schönen Aussprache!“, sagt sie. Andere haben ganz handfeste Gründe: „Weil ich die Sprache schön fand und kein Latein lernen wollte“, sagt Nancy Adler lachend.

Sprachspiele für beide Seiten

Und weil sich in jedem Fall eine Sprache mit Muttersprachlern leichter lernt, treffen sich bereits zum vierten Mal Schüler aus Frankreich und Deutschland. Gefördert vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, das auch einen Teil der Reisekosten der Schüler bezahlt, ging es im letzten Jahr nach Bayern an den Schliersee, und jetzt trafen sich Jugendliche aus den Gymnasien Dresden-Klotzsche und Sebnitz und junge Franzosen aus der Normandie an der Atlantikküste.

„Wir haben mehr Französisch gesprochen als sie Deutsch“, lautet das stolze Fazit. „Aussprache und Verstehen sind besser geworden, und natürlich hat sich der Wortschatz sehr erweitert“, fasst Schülerin Roxanna Lachmann ihre persönlichen Fortschritte zusammen.

Das tägliche Programm mit Sprachspielen in gemischten Gruppen diente beiden Seiten dazu, ihre Kenntnisse zu verbessern. Selbst wenn die Schüler in die Verlegenheit kommen sollten, im Restaurant mal einen Hummer beschreiben zu müssen – im örtlichen Fischereimuseum wurde auch das geübt. Eine Stadtrallye gab Gelegenheit, auch die Stadt Camaret kennen zu lernen. Die typischen Steinhäuser, die engen Gässchen und der Strand mit Felsen und Sand sind den Schülern dabei besonders im Gedächtnis geblieben.

Abstecher ins Paradies

Aber am interessantesten waren wohl die ganzen Kleinigkeiten: „Französischer Nougat war die totale Entdeckung!“, schwärmt Juliane Seling. „Sieht ähnlich aus wie türkischer Honig und schmeckt ganz lecker.“ Der krasse Gegensatz zu kaltem Milchreis mit Zimt, den es zum Kaffeetrinken gab. Und dann wären da noch die bretonischen Tänze mit Fingerhakeln, das gemeinsam geprobte Theaterstück, Mousse au Chocolat zum Nachtisch, die Abschlusszeitung und gewöhnungsbedürftige Wurstspezialitäten.

Aber neben der Sprache hatten die Deutschen auch etwas aus der Heimat mitgebracht und spendierten ihren Gastgebern ein original deutsches Abendbrot mit Schwarzbrot, bei dem die Franzosen eine Alternative zu ihren geliebten Baguettes ausprobieren konnten. Dafür durften die Gäste auch mal Crêpes backen. Ein Abstecher nach Paris auf der Rückfahrt war der krönende Abschluss der Reise. „Vor dem Eiffelturm zu stehen war wirklich beeindruckend“, sagt Erik Linke. Und auch seine Klassenkameradinnen waren begeistert: „Für Frauen das totale Einkaufsparadies – überall Klamottenläden!“