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Bahn frei

Die Skater haben ihren alten Platz zurück – mit tollen Geräten. Darauf mussten sie lange warten.

© Marko Förster

Von Heike Wendt

Pascal strahlt. Gemeinsam mit Bürgermeister Jörg Mildner (CDU) darf er das rot-weiße Flatterband durchschneiden. Das war symbolisch nach der Fertigstellung der Skaterbahn am Eingang angebracht worden. Vor der offiziellen Einweihung war die Geduld des 14-Jährigen aus Lohmen und seiner Skaterfreunde noch einmal auf die Probe gestellt worden. Die Rampen waren seit Tagen fertig, aber noch gesperrt.

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Seit dieser Woche ist der Platz nun freigegeben, und Lohmen hat eine Sorge weniger. Bereits vor 14 Jahren hatte der Bürgermeister schon einmal die Skaterbahn eingeweiht. „Damals habe ich vorher heimlich geübt, um mich bei der Übergabe nicht zu blamieren“, erzählt er. Inzwischen sind etliche Jahre ins Land gegangen. Diesmal habe er auf seinen sportlichen Einsatz zu diesem Termin verzichtet. Das Feld überlässt er Lohmens Nachwuchs, der dem Tag schon entgegengefiebert hat. Mindestens ein Dutzend Skateboards wartet während der offiziellen Worte auf den Einsatz.

Die ursprüngliche Anlage war im Jahr 2000 mit einem Spielplatz auf dem Schulgelände gebaut worden. Sie kostete rund 85 000 D-Mark. Bei der Einweihung am 7. März 2000 betonte der Bürgermeister seine Hoffnung, dass die Geräte vor blinder Zerstörungswut verschont bleiben. Der Wunsch hat sich nicht erfüllt. „Leider musste die Anlage aufgrund von Vandalismus demontiert werden“, musste Jörg Mildner später bekannt geben.

In den letzten Jahren flammte das Interesse am Skateboarden bei den Jugendlichen in Lohmen wieder auf, und es etablierte sich eine kleine Gruppe von Sportlern, die jedoch keinen geeigneten Platz fand. „Wir sind meist nach Dresden oder manchmal nach Pirna gefahren“, erzählt Pascal Ebert. Für eine kleine Runde an der frischen Luft ist das ziemlich aufwendig. Im Ort selber gibt es keine geeignete Fläche, im Gegenteil. Im Wohngebiet Am Schloß war das Dröhnen der Rollen genauso laut zu hören wie auf dem Parkdeck. Das führte unweigerlich zu Reibereien mit Anwohnern.

„Die Jugendlichen suchten daraufhin, angeregt durch den Verein Jugendland, den Kontakt zu mir“, sagt der Bürgermeister. Sie baten darum, die Bahn wieder aufzubauen. Die Gemeinde prüfte das Anliegen und übergab Aufträge für einen neuen Belag der Quarterpipe sowie für den Zaunbau im Wert von 6 572 Euro.

Die Anlage besteht aus einer Jump Ramp, einer Quarterpipe und einer Funbox. Eingezäunt ist der Bereich von einem stabilen Geländer, das die Jugendlichen schützt. In unmittelbarer Nähe ist die Zufahrt zum Parkbereich für Kindergarten und Schule. Einen Großteil der Arbeiten sowie das Aufstellen der Sportgeräte übernahm der Bauhof der Gemeinde Lohmen. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf 7 000 Euro.

Ursprünglich wollte Lohmen schon im Mai vorigen Jahres mit der neuen Bahn fertig sein. Doch die Lieferung vom Hersteller verzögerte sich immer weiter. Nach dem Hochwasser musste die Gemeinde zudem andere Prioritäten setzen, sodass die Skaterbahn etwas länger warten musste.