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Bahn frei mit Sekt und Schnittchen

Freital. Mit wenigen Scherenschnitten durchtrennten am Freitag Götz Schwerg vom Regierungspräsidium Dresden, Freitals Oberbürgermeister Klaus Pollack (SPD) und Landrat Bernd Greif (CDU) ein grün-weißes Band an der Kreuzung Hütten-/Schachtstraße in Freital.

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Freital. Mit wenigen Scherenschnitten durchtrennten am Freitag Götz Schwerg vom Regierungspräsidium Dresden, Freitals Oberbürgermeister Klaus Pollack (SPD) und Landrat Bernd Greif (CDU) ein grün-weißes Band an der Kreuzung Hütten-/Schachtstraße in Freital. Von der Schachtstraße oder von der Bahnhofs-/Poststraße ist der erste Teil der Nord-West-Tangente jetzt offiziell befahrbar.
Die "Freitaler Erschließungsstraße der gewerblichen Wirtschaft" - so der beamtendeutsche Titel - ist das größte Verkehrsprojekt der Stadt. Für rund 200 Millionen soll es einmal die Ortseingänge nach Dresden und Tharandt verbinden.
Knapp elf Millionen Mark stecken bereits in dem eineinhalb Kilometer langen Asphaltband - der erste Teil eines 40-Millionen-Projekts. Bis Ende 2001 soll das Mittelstück der Tangente von der Bahnhofstraße bis Ortseingang Dresden fertig sein.
Wie wichtig die Umgehung für Freital ist, zeigte ein Blick auf die Straße - sie wurde bereits rege befahren. Polizisten und Mitarbeiter des Ordnungsamtes sorgten dafür, dass alle auf der Straße stehenden Gäste der Einweihung heil blieben.
Götz Schwerg vom Regierungspräsidium Dresden zeigte sich begeistert von der Umgehungsstraße: "Hier ist ein Projekt entstanden, das eine wirkliche Entlastung bringt." Dass sei auch bitter nötig, ergänzte Oberbürgermeister Klaus Pollack: "Im Berufsverkehr geht auf der Dresdner Straße fast nichts mehr."
Das habe die Stadt bereits 1991 vorausgesehen und mit der Grobplanung der Nord-West-Tangente begonnen. 1997 wurde das Projekt dem Regierungspräsidium vorgelegt. Das sei stets kooperativ gewesen, lobte Pollack, ergänzte aber: "Am schwierigsten war die Finanzierung." Nur mit großer Mühe konnten 80 Prozent der Bausumme aus Fördertöpfen gekratzt werden.
Doch die Anstrengungen waren an diesem Freudentag vergessen. Die Freitaler Führungsspitze sonnte sich im Glanz von Lobesworten. Landrat Bernd Greif hob hervor, dass die Große Kreisstadt noch Visionen habe; Stahlwerk-Chef Ulrich Mignon bedankte sich bei der Stadt für die Verkehrsanbindung des Unternehmens.
Der Parteifreund des Oberbürgermeisters konnte sich ein Wort der Kritik trotzdem nicht verkneifen: Mignon bemängelte das Fehlen von Hinweisschildern auf das Stahlwerk. Missstimmung kam trotzdem nicht auf - dafür sorgten schon Stahlwerks-Sekt und Stadtverwaltungs-Schnittchen. (SZ/no)