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Bahn im Doppelpack

Der Förderverein macht den Museumsbahnhof immer attraktiver. Doch er hat noch mehr vor.

Von Regine Schlesinger

Die Drittelstunde – der SZ-Podcast

Aktuelle Themen sowie Tipps und Tricks für den Alltag: Fabian Deicke stellt Experten verschiedener Gebiete die Fragen der SZ-Community.

Was für ein Bild! Draußen kommt die große Bahn angerauscht. Drinnen in der Göpelhalle des Museumsbahnhofs Edle Krone rollt zugleich die kleine vom Bahnhof Edle Krone los. Der Bahnhof ist in diesem Falle aber nur ein Modell. Es gehört zu einer Anlage, die zurzeit entlang der Fensterfront der Halle installiert wird und auf der sogar der Seerenteich nicht fehlt. Federführend beim Anlagenbau ist der Pretzschendorfer Modelleisenbahner Christoph Fischer, sagt Gunter Fichte, der Vorsitzende des Fördervereins Edle Krone.

Die Göpelhalle war einst der Wartebereich des Bahnhofes. Die Bahn hatte an dem denkmalgeschützten Gebäude allerdings kein Interesse mehr. 2011 erwarb es die Gemeinde bei einer Versteigerung. Seitdem kümmert sie sich um den Bereich, der als Zugang zur Haltestelle gebraucht wird, während der Förderverein das Empfangsgebäude und weitere Räume zu Wanderbahnhof und Begegnungsstätte ausbaut. Begegnungen hat es hier schon etliche gegeben – bei den regelmäßigen Eisenbahnerstammtischen ebenso wie bei Lesungen und Vorträgen oder im Eisenbahnmuseum, das seinen Platz im ehemaligen Dienstraum gefunden hat. Doch noch mehr wäre möglich, könnten die Räume ordentlich beheizt werden. Derzeit geht das nur elektrisch und somit ins Geld. „Die Grundidee ist, dass der Museumsbahnhof das ganze Jahr über ein Reiseziel ist, in der Woche zum Beispiel für Schulklassen“, sagt Gunter Fichte. Sie können hier etwas über den Bergbau erfahren, ebenso aber auch über die Heimat- und Technikgeschichte und sogar über Flora und Fauna, erklärt der Vereinschef. Und nicht zuletzt dürfte an den Fenstern dahinsausende Gartenbahn eine Attraktion für die Kinder sein. Gunter Fichte hofft, dass der Verein seinem Ziel, das Gebäude ganzjährig zu nutzen, in diesem Jahr ein Stück näherkommt. Immerhin – ein eigener Stromanschluss funktioniert seit dieser Woche.

Neben dem Museumsbahnhof liegen den Vereinsmitgliedern auch der Erhalt und der Ausbau von Wander- und Radwegen sehr am Herzen. „Wandern und Radfahren ist wieder sehr im Trend“, sagt Gunter Fichte, der auch als Gästeführer und Klingenberger Wanderwegewart tätig ist. Die Region bietet fürs Wandern viele Möglichkeiten, doch es gibt noch Nachholbedarf bei der Beschilderung und Pflege der Wege sowie ihrer Anbindung an das Wegenetz der benachbarten Landkreise.

Der Verein, von dessen 70 Mitgliedern etwa 15 den aktiven Kern bilden, hat sich für dieses Jahr unter anderem vorgenommen, den Aufstieg am Richtschacht in Ordnung zu bringen und den 3,5 Kilometer langen Wanderweg vorbei am Lorenzstollen als Abenteuer- oder Märchenpfad zu gestalten. Außerdem soll neben dem K 1, dem ersten Klingenberger Radrundwanderweg, auch der K 2 beschildert werden, der von der Neuklingenberger Höhe über Röthenbach, Pretzschendorf und Colmnitz wieder zurück nach Klingenberg verläuft.

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