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Bahn saniert Heiligenborner Viadukt

Das 180 Meter lange Bauwerk überspannt das Tal zwischen Bornberg und Pfaffenberg. Wasser hat ihm zugesetzt.

Der Heiligenborner Viadukt ist eine von drei Waldheimer Bahnbrücken. Bekannter ist der Diedenhainer Viadukt. Der „Krumme Hund“, eine Stahlkonstruktion, auf der Kleinbahnstrecke ist die dritte Bahnbrücke.
Der Heiligenborner Viadukt ist eine von drei Waldheimer Bahnbrücken. Bekannter ist der Diedenhainer Viadukt. Der „Krumme Hund“, eine Stahlkonstruktion, auf der Kleinbahnstrecke ist die dritte Bahnbrücke. © Dietmar Thomas/Archiv

Waldheim. Nicht Zugreisende, sondern Autofahrer werden die Ersten sein, die die Auswirkungen des Großprojektes zu spüren bekommen. Am Freitag bleibt die Straße zwischen Reinsdorf und Waldheim gesperrt. Über diese erstreckt sich zwischen Bornberg und Pfaffenberg das imposante 40 Meter hohe Bauwerk, das 1852 erbaut wurde. Darüber führt die zweigleisige Bahnstrecke Riesa-Chemnitz.

Dem Bauwerk aus Ziegel- und Natursteinmauerwerk, das massive Abdichtungsschäden aufweist, hat das Wasser im Laufe der Jahre ordentlich zugesetzt. „Jede Menge davon ist in die Unterbauten wie Gewölbe und Pfeiler gelangt. Das teilt Thorsten Schwalbe, Planungsingenieur der Deutschen Bahn AG mit. Das Unternehmen gibt nach seinen Angaben etwa 13,2 Millionen Euro dafür aus, die Fahrbahnplatte zu erneuern und das Mauerwerk so instand zu setzen, dass es den Anforderungen des modernen Eisenbahnverkehrs genügt.

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Im Tal haben bei Heiligenborn die vorbereitenden Arbeiten für die anderthalb Jahre dauernde Brückensanierung schon begonnen. Wie diese verlaufen, hatte Thorsten Schwalbe bereits im vergangenen Jahr unter anderem mit den Gärtnern vom Pfaffenberg vor Ort besprochen (wir berichteten). Durch deren Sparte wird eine Baustraße verlaufen. Aber erst im kommenden Jahr.

Der Bau erfolgt gleisweise, wie Thorsten Schwalbe erklärt. Zunächst wird das Viadukt von Heiligenborn aus mit Baufahrzeugen angesteuert. Denn nach der Baustelleneinrichtung und dem nachfolgenden Gerüstbau beginnen voraussichtlich im September zunächst die Arbeiten an der Fahrbahnplatte im Gleis von Mittweida nach Waldheim. 

„Weil ein Gleis auch als Baustraße genutzt wird, werden große Stahlplatten aufgelegt“, so Schwalbe. Erst voraussichtlich im April beginnen die Bauarbeiten auf dem anderen Gleis von Waldheim nach Mittweida, dann wird die Baustraße benötigt, die auf einem schon vorhandenen Weg durch die Gartensparte Pfaffenberg extra befestigt wird. Von Mai bis Dezember sollen dann die Arbeiten auf dieser rechten Seite ausgeführt werden.

Damit im Gleiswechselbetrieb umgebaut werden kann, ist dem Planungsingenieur zufolge zusätzliche Sicherheitstechnik nötig. Neben dem Umbau des Gleistragwerks werden auch die Oberleitungen und das Gewölbemauerwerk erneuert.

Für den Zugverkehr wird dem Planer zufolge die Strecke nur an einigen Tagen gesperrt. Und zwar vom 30. September bis 9. Oktober dieses Jahres und vom 22. April bis 2. Mai 2020 zwischen den Bahnhöfen Mittweida und Döbeln.

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Während der zweijährigen Planfeststellungsphase sind laut Thorsten Schwalbe umfangreiche Lärm- und Artenschutzgutachten eingeholt worden. Zu den Vorbereitungen des Baus gehörte etwa das Umsiedeln geschützter Arten wie der Zauneidechsen. Dafür hat die Bahn Ersatzhabitate anlegen lassen. Nach dem Bau sollen Ausgleichs- und Ersatzpflanzungen erfolgen.

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