SZ +
Merken

Bahn schlägt Alarm bei Verhandlung ums Geld

Dresden. Die Bahn ist entweder in schwerer Sorge um ihre geplanten Neubaustrecken – oder möchte in den laufenden Verhandlungen ums Geld mehr Druck auf die Kasse des Bundes machen. Bahnchef Hartmut Mehdorn...

Teilen
Folgen

Von Georg Moeritz

Dresden. Die Bahn ist entweder in schwerer Sorge um ihre geplanten Neubaustrecken – oder möchte in den laufenden Verhandlungen ums Geld mehr Druck auf die Kasse des Bundes machen. Bahnchef Hartmut Mehdorn jedenfalls ließ gestern über die „Süddeutsche Zeitung“ wissen, das Geld reiche nicht für neue ICE-Strecken.

Manager Mehdorn sprach von „gravierenden Einschnitten“ in die Investitionsplanung des Bahn-Unternehmens für die beiden kommenden Jahre. „Es gibt keine Kürzung“, sagte dagegen zur SZ der Sprecher von Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD), Michael Zirpel.

Doch die Bahn und als Unterstützer die Bahn-Gewerkschaften blieben gestern bei Berechnungen, denen zufolge lediglich angefangene Projekte fertig gebaut werden können. „Dramatisch“ sei die Finanzlage, hieß es bei der Bahn. Damit könnte in Frage stehen, ob Verbindungen wie Dresden–Leipzig, Dresden–Berlin und Dresden–Tschechien saniert werden. Die Gleise an der Elbe hatten beim Augusthochwasser 2002 auf etwa 30 Kilometer Länge unter Wasser gestanden, Dämme müssen erneuert werden.

Ministeriumssprecher Zirpel allerdings wiederholte gestern Nachmittag die Formulierung: „Wir planen im Moment keine Investitionskürzung.“ Vielmehr sei eine Verstetigung auf hohem Niveau geplant. Ausbesserungen und bereits laufende Neubauprojekte seien nicht in Gefahr, sagte Zirpel und erwähnte die Strecke Nürnberg–Erfurt, für die 1997 eine Finanzierungsvereinbarung geschlossen worden war. Auf Nachfrage bejahte Zirpel, dass auch die Verlängerung nach Leipzig als laufendes Neubauprojekt gelte.

Gewerkschaften lehnen

Bahn-Aktien ab

Sachsens Bahnsprecherin Kerstin Eckstein sagte, die Verhandlungen mit dem Bund ums Geld dauerten an. Das Unternehmen poche darauf, dass die Schiene dabei als ebenso wichtig behandelt werde wie die Straße. Dem Verkehrsministerium zufolge sind im Haushaltsentwurf für kommendes Jahr fast vier Millionen Euro für Investitionen in die Schiene vorgesehen. Laut Gewerkschaften Transnet und GDBA gibt es bis 2007 bis zu sechs Milliarden Euro weniger als angenommen. Sie wiederholten ihre Forderung, auf Bahn-Aktien an der Börse zu verzichten. (mit dpa/AP)