merken
PLUS

Bahn streicht Haltestelle für Berlin-Pendler

Der Stopp am Bahnhof in Elsterwerda soll ab Dezember wegfallen. Weshalb das auch in Gröditz für Verstimmung sorgt.

Von Frank Claus und Eric Weser

Holger Auferkamp, Pressesprecher der Deutschen Bahn, hebt die Hände: Weshalb die Bahn den morgendlichen Halt des IC 2072 beziehungsweise IC 2076, der zwischen Dresden und Berlin verkehrt, in Elsterwerda streichen will, könne er derzeit nicht sagen. „Ich weiß nur, dass deswegen viele Briefe eingehen und wir deshalb noch mal in Gesprächen sind“, erklärt er.

Bauen und Wohnen
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

Gegenwärtig fährt der IC in Elsterwerda um 6.45 Uhr ab und ist nach anderthalb Stunden um 8.15 Uhr in der Bundeshauptstadt. Ab 15. Dezember 2013 soll der Halt entfallen. Pendler haben dann nur die Möglichkeit, um 6.26 Uhr ab Elsterwerda zu fahren. Nach gut zwei Stunden ist Berlin um 8.31 Uhr erreicht. Knappe Anschlussverbindungen sind nicht mehr zu bekommen. Wer nach Hause mit dem IC/EC fahren möchte, wird bei den Kosten benachteiligt.

Wie dramatisch der Wegfall des Halts für die Pendler – die auch aus dem Raum Gröditz kommen – ist, beschreibt Roswitha Kaps aus Kahla, die täglich nach Berlin zur Arbeit fährt. „Wenn ich darauf angewiesen bin, den Regionalexpress zu nehmen, der eher in Elsterwerda abfährt, 35 Minuten länger benötigt und erst 8.31 Uhr, vorausgesetzt er ist pünktlich, in Berlin ankommt, schaffe ich es nicht mehr zum Arbeitsbeginn um 9 Uhr. Der IC ist für viele Pendler die Lebensversicherung. Keiner möchte seine Arbeit verlieren.“

Kommunalpolitiker aus dem Elbe-Elster-Kreis fordern vom Brandenburger Verkehrsministerium und von der Bahn die Rücknahme der Entscheidung. Briefe haben die CDU-Landtagsabgeordnete Anja Heinrich und Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) geschrieben. Auch Elsterwerdas Bürgermeister Dieter Herrchen hat bereits den Kontakt zum Konzernbeauftragten der Bahn für Brandenburg gesucht und will sich heute an den Vorstand Fernverkehr in Frankfurt/Main wenden.

Und auch der Gröditzer Bürgermeister Jochen Reinicke (parteilos) habe sich für die Bürger seiner Kommune eingesetzt und den Meißner Landrat Arndt Steinbach (CDU) für das Thema sensibilisiert. Reinicke befindet sich derzeit im Urlaub; dass es ein Zusammentreffen gegeben habe, bestätigte gestern jedoch der stellvertretende Gröditzer Bürgermeister Thomas Ackermann auf Anfrage der Sächsischen Zeitung. Mit Ergebnissen aus den Gesprächen rechnet der CDU-Stadtrat in der nächsten Woche. „Wir haben uns zudem an den Landtagsabgeordneten Sebastian Fischer gewandt, weil wir hoffen, dass er mehr erreichen kann“, so Ackermann.