SZ + Radebeul
Merken

Bahn verspricht mehr Ruhe für Anwohner

Fast vier Kilometer Lärmschutzwand werden in den nächsten vier Jahren gebaut. Für einzelne Häuser bleibt es laut.

Von Peggy Zill
 3 Min.
Teilen
Folgen
Seit der Sanierung der Bahnstrecke 2010 klagen viele Coswiger über zu laute Züge. In den nächsten Jahren will die Deutsche Bahn mit Lärmschutzwänden für Ruhe sorgen. Die entstehen links und rechts der Strecke zwischen Lößnitzstraße und Auerstraße.
Seit der Sanierung der Bahnstrecke 2010 klagen viele Coswiger über zu laute Züge. In den nächsten Jahren will die Deutsche Bahn mit Lärmschutzwänden für Ruhe sorgen. Die entstehen links und rechts der Strecke zwischen Lößnitzstraße und Auerstraße. © Norbert Millauer

Weinböhla. Die Coswiger, die an der Bahnstrecke wohnen, sollen bald wieder ruhiger schlafen können. Auf einer Informationsveranstaltung in der Börse hat die DB Netz am Dienstagabend ihre Pläne vorgestellt.

Obwohl die Coswiger seit vielen Jahren lärmgeplagt sind, war das Interesse an der Informationsveranstaltung gering. Nur etwa 40 Zuhörer waren gekommen. Eingeladen hatte die Deutsche Bahn alle direkten Nachbarn der Bahnstrecke. Die dürfen sich freuen. In den nächsten Jahren soll es deutlich leiser werden. 

Zu den schon in diesem Jahr gebauten Lärmschutzwänden an der Lößnitzstraße sollen auf einer Länge von knapp vier Kilometern weitere entstehen. Zwischen Lößnitzstraße und Auerstraße wird links und rechts der Bahn so für weniger Lärm gesorgt – auch am Fachkrankenhaus. 

Nur eine kleine Lücke bleibt oberhalb vom Lehdenweg, weil dort keine Häuser stehen. Rund 7,5 Millionen Euro soll das kosten. Die letzte Wand wird Ende 2024 fertig sein. Für einzelne Gebäude, die meist direkt an den Gleisen stehen, sind zusätzlich sogenannte passive Maßnahmen möglich, weil die Lärmschutzwand allein nicht reicht. Dazu gehören zum Beispiel Schallschutzfenster. An den Kosten dafür müssen sich die Eigentümer jedoch beteiligen.

Am Gesamtkonzept der Lärmsanierung an Schienenwegen wird seit Jahren gearbeitet, wie Sabine Müller vom zuständigen Projektteam der DB Netz erklärte. Was jetzt in Coswig umgesetzt wird, setzt sich aus den freiwilligen Sanierungsmaßnahmen und den Ergebnissen einer Machbarkeitsuntersuchung zusammen. 

2018 waren Mitarbeiter eines Ingenieurbüros in Coswig und haben 400 Meter links und rechts der Bahn jedes Haus fotografiert. Mit weiteren Daten konnte so der Lärmpegel für jede Etage ermittelt werden. Dieser wurde nicht gemessen, sondern berechnet. Das schreibt der Gesetzgeber so vor. Die Spitzenpegel, die die vorbeifahrenden Züge dabei erzeugen, werden laut Christian Krenz vom zuständigen Ingenieurbüro nicht beachtet. Dabei sind es genau die, die die Coswiger aus dem Schlaf reißen, wie ein Anwohner berichtete.

Ob eine Lärmschutzwand gebaut wird, hängt vom Kosten-Nutzen-Verhältnis ab. Dafür gibt es eine Formel. Fünf bis sieben Häuser müssen betroffen sein, an denen nachts mindestens 57 dB gemessen werden, damit es sich lohnt. Für Coswig seien das 382 Gebäude. Durch die Wände soll es zwischen acht und zehn dB leiser werden, so Krenz.

Neben den Lärmschutzwänden setzt man auf die Umrüstung der Fahrzeugflotte. Ab Ende 2020 dürfen keine lauten Güterzüge mehr fahren. Um das zu überprüfen, gibt es bundesweit 19 Messstationen. Eine davon steht in Niederau.

Mehr lokale Nachrichten aus Meißen lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Radebeul lesen Sie hier.