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Bahnbrücke wird repariert

Bis Ende der Woche schlängeln sich Autos unter der Brücke an der Rauschwalder Straße durch. Die Umleitung ist kein Problem.

© Pawel Sosnowski/80studio.net

Von Ralph Schermann

Gestern begann die Reparatur der Görlitzer Eisenbahnüberführung über die Reichenbacher-/Rauschwalder Straße. Zum Nadelöhr wird diese Engstelle deshalb aber nicht. Wie sich bestätigte, rollt der Verkehr problemlos und auch ohne Einschränkung von Geschwindigkeiten. Mit gelben Linien übersichtlich markiert, bewältigt die stadtauswärts rechte Seite unter dem historischen Bauwerk beide Richtungen gut.

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Unter der gesperrten anderen Brückenseite ging es ebenfalls noch entspannt zu. Zwei Arbeiter auf einem kleinen Gerüst, ein Transporter und ein tuckernder Kompressor – wer zügig vorbeifuhr, bekam das gar nicht mit. Fahrzeuge und Arbeiter gehören zur DB Bahnbau GmbH, einer bahneigenen Instandsetzungsfirma mit Sitz in Dresden. Nach dem am Anfang der Arbeiten stehenden Abbau von Brückenteilen wird es bald komplizierter: Der Teil des Trägers musste als Einzelstück neu angefertigt werden und wird ausgetauscht werden.

Dass die Arbeiten überhaupt erforderlich wurden, lag daran, dass am 10. März der 58-jährige Fahrer eines Sattelzuges ein Schild nicht beachtete. Es zeigt eine maximale Durchfahrthöhe von vier Metern an. Der Schwenkarm eines auf dem Tieflader transportierten Baggers indes war etwas höher, das Gefährt blieb stecken und verformte den Eingangsträger der Brücke auf der stadteinwärts rechten Seite. Wenn sich der Verkehr staute, dann damals – denn wegen der Unfallaufnahme gab es eine Sperrung. Das Gutachten eines Statikers forderte eine Reparatur, die Polizei ging geschätzt von 25 000 Euro Schaden aus, und die Eisenbahnfahrzeuge dürfen bis zum Ende der Sanierung die Überführung nur mit maximal 10 km/h befahren. Wie die Stadtverwaltung auf Nachfrage bestätigte, wurde von der Bahnbaufirma die einseitige Straßensperrung bis einschließlich diesen Freitag beantragt. Nächste Woche dürften dann die gelben Markierungen weg und beide Seiten wieder frei sein.

Dass hier überhaupt ein Straßenfahrzeug hängenbleiben kann geht auf Planungen der Bahn zurück. Als nämlich kurz nach 1900 wegen starker Belastung des Bahnhofes der Güterverkehr nach Rauschwalde verlagert wurde, erhielten die Dresdner und die Berliner Strecke eine Verlegung: Die Rauschwalder-/Reichenbacher Straße wurde stark abgesenkt, um die bisher straßenquerenden Schienen als Überführung mit sechs Gleisen nebeneinander höherzulegen. Seitdem gibt es diese Brücke mit ihren verzierten Eisenpfeilern – und der begrenzten Durchfahrtshöhe.