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Bahnfahren ab Mittwoch wieder teurer

Nahverkehr. Der VVO erhöht die Preise – und freut sich über mehr Umsatz und Fahrgäste.

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Von Stefan Rössel

Dresden. Die erhöhten Tarife im Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) treten zum 1. November in Kraft. Alte Monats- und Wochenkarten sowie Einzelfahrscheine können am Reformationstag zum letzten Mal entwertet werden. Abo-Kunden außer Schulen wird im November noch der alte Preis berechnet. Jahreskarten gelten bis Ende 2006.

In unschöner Regelmäßigkeit beschloss der VVO in den vergangenen Jahren Preiserhöhungen jeweils im Frühjahr. Für 2007 bestehen allerdings Chancen, dass diese Regel durchbrochen wird. Denn der Verbund registriert nach langer Stagnation erstmals wieder Umsatzanstiege, die durch einen Zuwachs an Fahrgästen entstehen. Ihre Zahl erhöht sich im laufenden Jahr nach bisheriger Übersicht um 1,5 Prozent, wie VVO-Sprecher Axel Bergmann der SZ sagte.

Allein die S-Bahn-Linien S1 und S2 wurden danach im ersten Halbjahr täglich von 31 500 Fahrgästen genutzt, ein Anstieg um 2 000. Die jungen Stationen Flughafen, Bahnhof Mitte und Freiberger Straße in Dresden legten dabei jeweils um mindestens tausend zu. Insgesamt wird für den Schienenverkehr erwartet, dass der Rekord von 18,4 Millionen Fahrgästen aus 2005 um 300 000 übertroffen wird. Selbst die Zahl der Abo-Kunden, die über das ganze Jahr hinweg Zeitkarten abnehmen, stieg laut Bergmann um 600 auf 68 400.

Folgen des Spritpreises

Als Ursache für die positive Entwicklung sieht Bergmann zum einen die in diesem Jahr in neue Höhen gestiegenen Kraftstoffpreise. Sie könnten eine Reihe von Pendlern zum Umsteigen bewegt haben. Auch die Verbesserung der Infrastruktur, mit der der VVO seine Attraktivität steigern will, zeigt danach Wirkung. So wird etwa der Bahn-Haltepunkt Weinböhla inzwischen von über 600 Fahrgästen pro Tag genutzt. Im Jahr 2002 waren es nur 200. Deshalb hofft der VVO auch darauf, weitere Verbesserungen etwa durch neue Stationen einführen zu können. Die vielen Dresdner Großveranstaltungen trugen laut Bergmann ebenfalls zu dem Umsatzanstieg bei.