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Dieser Bahnhof ist (fast) gerettet!

Die Bahn wollte das 160 Jahre alte Gebäude auf der Strecke zwischen Zittau und Liberec abreißen, die Gemeinde Chotyne erhalten. Sie hat Pläne damit.

Der Bahnhof in Chotyně verfällt seit 25 Jahren. Damit soll nun Schluss sein.
Der Bahnhof in Chotyně verfällt seit 25 Jahren. Damit soll nun Schluss sein. © privat

Der Bahnhof in Chotyně entgeht wahrscheinlich dem Abriss. Das tschechische Kulturministerium hat Ende voriger Woche beschlossen, dass das 160 Jahre alte Gebäude auf der Strecke zwischen Zittau und Liberec (Reichenberg) ein Kulturdenkmal ist. Damit muss die Eisenbahnverwaltung als Besitzer ihren Plan ändern.  Sie wollte den mehr als 25 Jahre leerstehenden und verfallenen Bahnhof wegen des schlechten Zustandes noch dieses Jahr abreißen und durch eine neue einfache Haltestelle aus Holz ersetzen. 

„Die Ansicht, ein wertvolles Gebäude abzureißen, um eine neue Bedachung für Reisende zu bauen, ist für das Kulturministerium nicht akzeptabel", begründet das Ministerium seine Entscheidung. Über die freut sich besonders Bürgermeisterin Jana Mlejnecká. Nach ihrer Auskunft kann der Besitzer gegen den Entscheid noch einen Widerspruch einreichen. "Ganz gewonnen ist die Sache zwar noch nicht, aber ich glaube, dass alles seinen richtigen Weg geht." 

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Ihre Gemeinde mit rund 1.000 Einwohnern kämpfte um den zwischen 1857 und 1859 gebauten Bahnhof fast neun Jahre lang. Die Befürworter sammelten Unterschriften für eine Petition, damit ihre Initiative eine starke Resonanz in der Öffentlichkeit, in sozialen Medien sowie bei Politikern fand. "Der Bahnhof ist von der Ferne aus gesehen wie ein Eingangstor in die Gemeinde", sagt die Bürgermeisterin. Der Eintrag als Kulturdenkmal war für sie die letzte Hoffnung. 

Zum Pfadfinderzentrum umbauen

Liberec's Bezirkshauptmann Martin Puta hat erst vor zwei Wochen in Heřmanice (Hermanitz) bei Frýdlant (Firedland) einen Bahnhof gesehen, der fast eingestürzt ist. "Weil ihn der Staat der Gemeinde 30 Jahre nicht übergeben wollte", wie er berichtet. "Ich machte mir dabei schon Gedanken, ob es in Chotyně nicht so ähnlich enden würde." Die Entscheidung des Ministeriums hält er daher für eine tolle Nachricht. "Der Bahnhof auf dem Berg verdient ein besseres Schicksal als einen Abriss", meint er. 

Die Gemeinde, die nur zwei Kilometer von Hrádek (Grottau) entfernt ist, möchte das Gebäude umbauen und als Pfadfinderzentrum nutzen. "Es wäre eine ideale Lösung, den Warteraum würden wir erhalten und unter dem Dach könnte ein Bettenlager entstehen", sagt Jitka Mlejnecká und zeigt auf ein Bahnhofsmodell in ihrem Büro, das ein Eisenbahner für sie erstellte. Ein weiteres Modell schenkte vor Kurzem auch der Zittauer Bernd Sonsalla der Gemeinde. Beide Modelle sind nun in der Ortsbibliothek ausgestellt.

Für die Sanierung des Bahnhofes möchte die Gemeinde das Geld von der Bahnverwaltung nutzen, das diese für den Abriss ausgeben wollte. "Wir sind jederzeit bereit, mitzuhelfen", sagt sie. Auf dem Gebiet von Chotyně liegt auch die Burg Grabštejn (Burg Grafenstein), um die sich der Ort musterhaft sorgt.

Der Bahnhof in Chotyně gibt's auch als Modell - und das zweimal..
Der Bahnhof in Chotyně gibt's auch als Modell - und das zweimal.. © Archiv OU Chotyně
Ausgestellt sind die Miniatur-Objekte in der Ortsbibliothek.
Ausgestellt sind die Miniatur-Objekte in der Ortsbibliothek. © Archiv OU Chotyně

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