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Großer Bahnhof für Großschönaus Bahnhof

Die Gemeinde kann eines ihrer bedeutendsten Baudenkmale vor dem drohenden Verfall retten. Und es gibt auch schon eine Idee, wer künftig einzieht.

Frank Pfeil, Staatssekretär im Sächsischen Ministerium für Regionalentwicklung (l.) hat am Donnerstag die Förderbescheide für die Bahnhofssanierung an Großschönaus Bürgermeister Frank Peuker übergeben.
Frank Pfeil, Staatssekretär im Sächsischen Ministerium für Regionalentwicklung (l.) hat am Donnerstag die Förderbescheide für die Bahnhofssanierung an Großschönaus Bürgermeister Frank Peuker übergeben. © Matthias Weber/photoweber.de

Großschönaus Bürgermeister Frank Peuker (parteilos) steht an diesem Donnerstagvormittag im strahlenden Sonnenschein auf dem Bahnhof. "Ein schöner Tag", schmunzelt der 57-Jährige. Der Bahnhof allerdings ist längst nicht so schön wie das Wetter. Ganz im Gegenteil: Das markante Gebäude - eines der wichtigsten und größten Baudenkmäler in der Gemeinde - ist akut vom Verfall bedroht.

Doch der kann jetzt gestoppt werden: Die Gemeinde Großschönau bekommt an diesem schönen Tag das dringend benötigte Geld, mit dem sie den Bahnhof retten und zumindest erst einmal die Außenhaut - Dach und Fassade - des Empfangsgebäudes sanieren kann. Frank Pfeil, Staatssekretär im Sächsischen Ministerium für Regionalentwicklung, ist extra nach Großschönau gekommen, um die Förderbescheide persönlich zu übergeben.

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Großschönaus Bahnhof ist ein besonders wertvolles Baudenkmal aus dem 19. Jahrhundert.
Großschönaus Bahnhof ist ein besonders wertvolles Baudenkmal aus dem 19. Jahrhundert. © Matthias Weber/photoweber.de
Die Sanierung des Bahnhofs erfolgt denkmalgerecht. Historische Details sollen erhalten werden.
Die Sanierung des Bahnhofs erfolgt denkmalgerecht. Historische Details sollen erhalten werden. © Matthias Weber/photoweber.de
Die Bahnstrecke ist grenzüberschreitend und wird von der Länderbahn betrieben.
Die Bahnstrecke ist grenzüberschreitend und wird von der Länderbahn betrieben. © Matthias Weber/photoweber.de
Im vergangenen Jahr ist bereits der Bahnhofsvorplatz saniert und zu einer Schnittstelle von Bus und Bahn umgebaut worden. Eine digitale Anzeige informiert über die Abfahrtszeiten.
Im vergangenen Jahr ist bereits der Bahnhofsvorplatz saniert und zu einer Schnittstelle von Bus und Bahn umgebaut worden. Eine digitale Anzeige informiert über die Abfahrtszeiten. © Matthias Weber/photoweber.de
Historische Details sollen bei der Sanierung so weit wie möglich erhalten bleiben.
Historische Details sollen bei der Sanierung so weit wie möglich erhalten bleiben. © Matthias Weber/photoweber.de

Es ist eine sehr hohe sechsstellige Summe, mit der die Gemeinde nun bauen kann - finanziert von Bund und Land gemeinsam: 200.000 Euro kommen aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes für national bedeutende Bauwerke, 561.000 Euro steuert der Freistaat aus dem Sonderprogramm Denkmalpflege bei, die Gemeinde selbst will 150.000 Euro aufbringen.

Für die Fördermittel vom Bund hatte sich vor allem der Oberlausitzer SPD-Bundestagsabgeordnete Thomas Jurk stark gemacht. "Ohne seinen Einsatz wäre diese Finanzierung womöglich gar nicht zustande gekommen", sagt der Bürgermeister. Für die Co-Finanzierung durch den Freistaat hatte sich Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), der im Ortsteil Waltersdorf einen Zweitwohnsitz hat, persönlich eingesetzt.

Bauarbeiten sollen schon im September beginnen

Mit dem Geld sollen zuerst das Dach und die Dachkonstruktion des Empfangsgebäudes grundhaft erneuert werden, erklärt Großschönaus Bauamtsleiter Markus Hummel. Wegen der fortgeschrittenen Bauschäden müsse nahezu der gesamte Dachstuhl ausgetauscht werden. Das Dach wird anschließend denkmalgerecht neu gedeckt. In diesem Zug sollen auch die Geschossdecken wieder begehbar gemacht werden, die gegenwärtig durch Feuchtigkeit massiv geschädigt sind.

Am Mauerwerk ist eine Schwammsanierung nötig. Der Außenputz der Fassade soll - soweit das  möglich ist - erhalten und überarbeitet werden. Die Fenster werden ebenfalls nach historischem Vorbild erneuert, erklärt der Bauamtsleiter: "Und Fenster und Türen im Bereich der Empfangshalle und im geschützten Bereich des Bahnsteiges wollen wir erhalten und wieder aufarbeiten."

Die ersten Ausschreibungen laufen bereits, nachdem die Gemeinde im Juni die Zusage für die Fördermittel bekommen hatte. Auf der Gemeinderatssitzung Ende August könnten die ersten Lose vergeben werden, hofft Markus Hummel. Dann könnten die Baumaßnahmen schon im September beginnen.

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Mit der Sanierung wird die Bahnhofshalle ihre ursprüngliche Funktion zurück bekommen. Reisende werden wieder durch die Empfangshalle kommen und gehen. Angedacht ist ein digitaler Informationspunkt der Tourist-Information. Zudem werden neue Toiletten eingebaut.

Und auch an eine weitere Nutzung ist schon gedacht: In den Ostflügel soll der Jugendclub einziehen und hier auch Räume für Veranstaltungen bekommen. 

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