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Dippoldiswalde

Pflaster in Bärenstein wird neu verlegt

Die Stadt Altenberg will nicht nur eine bessere Straßenoberfläche, sondern auch eine Auseinandersetzung mit einem Grundstückseigentümer beenden.

Ein Teil der Bahnhofstraße in Bärenstein wird saniert und bekommt einen Regenwasserkanal.
Ein Teil der Bahnhofstraße in Bärenstein wird saniert und bekommt einen Regenwasserkanal. © Frank Baldauf

Vor keiner leichten Entscheidung stand der Altenberger Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung. Die Räte sollten über die Sanierung eines 230 Meter langen Teils der Bärensteiner Bahnhofsstraße befinden. Knackpunkt hier: Die geplanten Arbeiten werden teurer als erwartet.

Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) erklärte das Dilemma anhand der Zahlen: So rechnete Altenberg zuletzt mit Kosten in Höhe von 342.000 Euro und einem Eigenanteil von rund 68.000 Euro. Doch nach der Einholung der Angebote wurde klar. Das reicht nicht. Die Arbeiten werden voraussichtlich 403.000 Euro kosten. Und da sich die Förderung nicht automatisch erhöht, wird der Eigenanteil auf rund 130.000 Euro ansteigen. Altenberg werde sich zwar um eine Nachförderung bemühen, versprach Kirsten. Ob die gewährt wird, sei aber ungewiss.

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Weil unklar ist, ob Altenberg die Mehrausgaben gefördert bekommt, wollte Kirsten ein deutliches Signal der Räte. Er ließ zu Beginn der Diskussion erkennen, dass er für die Sanierung ist, weil die Stadt damit ein weiteres Problem lösen kann, nämlich das der Straßenentwässerung. Denn die funktioniert auf einem Teil der Bahnhofsstraße nicht richtig. Dort läuft bei Starkregen Wasser auf Privatgrundstücke. Mit der Neuverlegung einer Leitung wolle man das und eine Auseinandersetzung mit einem Privatmann beenden. Das sei eigentlich wichtiger als die Sanierung der Straße, so Kirsten.

Granit statt Bitumen

Mit dem Vorhaben hatten sich vor der Stadtratssitzung auch die Fraktionsvorsitzenden befasst. Dort wurde auch eine Idee diskutiert, wie der Eigenanteil der Stadt gesenkt werden kann. Der Vorschlag: Der Teil der Bahnhofsstraße, der bisher mit Granitsteinen gepflastert ist - er macht rund 90 Prozent des Abschnittes aus -, soll eine Asphaltdecke bekommen. "Dem Grunde nach ist das Herstellen einer Bitumendecke günstiger", so Kirsten. Da aber die Granitsteine wiederverwendet werden soll, ist hier aber das Pflastern preiswerter. Zudem ist eine Granitpflasterstraße höherwertiger und nachhaltiger als eine Schwarzdecke, so Kirsten. Eine Schwarzdecke muss in der Regel nach zehn Jahren saniert werden, bei einer Pflasterstraße sei der Abstand länger. Für die Pflasterung sprach sich auch der Bärensteiner Ortschaftsrat aus. Drei Mal habe er sich mit dem Thema befasst, jedes Mal entschieden sich die Räte für den Ausbau mit Granitpflaster.

Kirsten warb um Zustimmung für das Vorhaben. Niemand wisse, ob es so schnell wieder eine Förderung für ein derartiges Vorhaben geben wird. Außerdem könne man das Entwässerungsproblem lösen. "Wir kriegen das Ding vom Tisch", so Kirsten. Bernd Greif (Wählergemeinschaft Osterzgebirge) räumte ein, dass der Preis hoch ist. "Das Geld schmerzt." Doch die Gefahr, dass man durch eine Ablehnung Fördermittel verliert, sei riesengroß. Deshalb kündigte er seine Zustimmung an.

Arbeiten beginnen Mitte Juni

Kirsten konnte nicht alle Räte überzeugen. Letztlich entschieden sich aber die Räte mehrheitlich für die Sanierung der Bahnhofstraße. Demnach wird die Straße auf der kompletten Länge vom Markt bis zum Abzweig August-Bebel-Straße erneuert. Zwischen dem Markt und dem Abzweig Sonnenleite liegt ein Regenwasserkanal unter dem Gehweg. Weil der in einem guten Zustand ist, wird er nicht saniert. Zwischen der Sonnenleite und dem Abzweig August-Bebel-Straße wird ein neuer rund 100 Meter langer Regenwasser-Kanal verlegt, der an den bis zur Sonnenleite liegenden Kanal angebunden wird. Die Arbeiten sollen am 15. Juni beginnen und Mitte Oktober beendet sein.

Blick auf den historischen Stadtkern von Bärenstein.
Blick auf den historischen Stadtkern von Bärenstein. © Egbert Kamprath

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