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Bahnkunden klagen über teure Schnellzüge mit veralteten Waggons

Riesa. Die Bahn kommt – nach Riesa derzeit gelegentlich mit ziemlich veralteten Wagen. Die Schnellzüge, die tagsüber alle zwei Stunden die Intercity-Expresse zwischen Dresden und Wiesbaden ersetzen, bestehen überwiegend aus betagten Regionalbahn-Waggons.

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Riesa. Die Bahn kommt – nach Riesa derzeit gelegentlich mit ziemlich veralteten Wagen. Die Schnellzüge, die tagsüber alle zwei Stunden die Intercity-Expresse zwischen Dresden und Wiesbaden ersetzen, bestehen überwiegend aus betagten Regionalbahn-Waggons.

Pendler und Reisende müssen trotzdem den vollen Intercity-Fahrpreis für das zweifelhafte Fahrvergnügen zahlen. Beim Fahrgastverband Pro Bahn häufen sich deshalb Beschwerden, bestätigt auf Nachfrage Stefan Jugelt von der Landesgruppe Mitteldeutschland.

Die eingesetzten Wagen liefen in der DDR im Fernverkehr, erinnert sich Jugelt. Nach der Wende wurden sie zum Regionalverkehr abgeschoben. Sie seien definitiv kein Fernverkehrsprodukt, was den Intercity-Fahrpreis rechtfertige. Eine Ausnahme bilden nur einzelne Wagen aus dem Interregio-Park. Baugleiche Fahrzeuge sind auch heute noch in Fernzügen eingesetzt.

Massive Kritik hagelt es auch, weil die nur bis 120 Kilometer pro Stunde zugelassenen Schnellzüge die Anschlüsse in Leipzig von und nach Wiesbaden nicht schaffen.

Einige Bahnkunden vermuten dahinter sogar Absicht: Immerhin habe die Bahn nach dem Desaster mit den störanfälligen Fahrwerken ihrer ICE-Züge nur einen Zwei-Stunden-Takt zwischen Dresden und Leipzig anbieten wollen. Weil aber Politiker wählerwirksam protestierten, knickte der Verkehrskonzern ein und lässt die D-Züge als Füller in den Taktlücken mit Zwischenstopp in Riesa pendeln.

Die ICE müssen weiterhin häufiger zur Untersuchung, so dass nicht ausreichend Züge für den Planbetrieb verfügbar sind. (ll)