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Riesa

Bahnschranke schließt nicht

Der Übergang in Glaubitz sorgte in der Vergangenheit schon oft für Probleme. Für die neuesten Vorfälle könne man aber nichts, sagt die Deutsche Bahn.

Die Schranke am Bahnübergang an der Poststraße in Glaubitz macht nicht immer, was sie soll. In der Vergangenheit blieb sie häufiger offen, obwohl sich Züge der Stelle näherten.
Die Schranke am Bahnübergang an der Poststraße in Glaubitz macht nicht immer, was sie soll. In der Vergangenheit blieb sie häufiger offen, obwohl sich Züge der Stelle näherten. © Sebastian Schultz

Glaubitz. Das Szenario ist in Glaubitz mittlerweile altbekannt – und sorgt trotzdem immer wieder für reichlich Kritik: Obwohl sich ein Zug dem Bahnübergang an der Poststraße nähert, bleiben die Schranken oben. Allein das rote Licht im Andreaskreuz und die Klingeltöne warnen vor der drohenden Gefahr.

Erst diese Woche beobachteten Anwohner wieder solche Szenen. Auch ein Autofahrer machte auf das Problem aufmerksam, indem er ein Foto ins soziale Netzwerk Facebook stellte. Das Bild zeigt, wie ein Güterzug den Bahnübergang passiert, während Autos davor warten. Die Lichter in den Andreaskreuzen blinken, die Schranken aber sind offen.

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Vor ein paar Jahren noch wäre der Vorfall nur einer von vielen gewesen. Besonders im Jahr 2016 häuften sich die Probleme. Mehrere Zeitungen berichteten damals über den Fall, auch der MDR sendete einen Beitrag über die Pannenschranke. Die Bahn reagierte und führte umfangreiche Neuerungen durch. Die Vorfälle wurden danach seltener. Nun aber ist es wieder passiert.

Laut eines Sprechers der Deutschen Bahn kann es bei technischen Anlagen aus verschiedenen Gründen zu Störungen kommen. „In Glaubitz war dies in den letzten Tagen leider der Fall“, so Jörg Bönisch. „Die Prüfung ergab, dass durch Fremdeinwirkung ein Schrankenbaum im Öffnungsvorgang festgehalten wurde und dabei elektronische Bauteile im Schaltschrank kaputt gegangen sind.“

Reparatur kostet Zehntausende Euro

Die Beschädigung von Schranken sei ein Problem, mit dem sich die Deutsche Bahn regelmäßig herumschlagen müsse. Viele Bahnübergangsstörungen seien auf vorsätzliche oder fahrlässige Handlungen von Straßenverkehrsteilnehmern oder Passanten zurückzuführen, heißt es. „Die Reparaturarbeiten sind meist aufwendig und gehen jeweils in die Zehntausende Euro“, so Bahn-Sprecher Jörg Bönisch.

Dass es nun ausgerechnet in Glaubitz zu einer Störung kommt, dürfte die Verantwortlichen besonders ärgern. Schließlich habe man nach den immer wieder auftretenden Problemen in den vergangenen Jahren viele Anlagenteile erneuert und zwei zusätzliche Andreaskreuze installiert, heißt es. Seitdem hätte es deutlich weniger Störungen gegeben.

Doch auch wenn es mal zu Problemen mit der Schranke komme, sei ein sicherer Verkehr dennoch gewährleistet, unterstreicht Bahn-Sprecher Bönisch. „Denn nicht nur der Schrankenbaum, sondern auch das gleichzeitige rote Licht im Andreaskreuz und die Klingeltöne warnen die Autofahrer und Passanten vor Zugfahrten“, erklärt er. „Dies wurde auch bei der Störung in Glaubitz so beobachtet und sogar fotografiert.“

Grundsätzlich sei an Bahnübergängen Vorsicht geboten – auch wenn die Schranke oben ist. Denn wer trotz der Warnsignale den Bahnübergang quere, greife in die Sicherheit des Bahnverkehrs ein. Das stellt eine Straftat dar und kann neben einem Fahrverbot mehrere Hundert Euro kosten, so Jörg Bönisch.

Doch läuft alles nach Plan, soll es in wenigen Jahren in Glaubitz gar keine Bahnschranken mehr geben. Im Rahmen des Streckenausbaus Leipzig – Dresden sollen die Übergänge durch Straßenunterführungen ersetzt werden. Die Planungen und Genehmigungsverfahren dazu laufen. Die Bahn rechnet derzeit mit einem Baubeginn Ende 2021.

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