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Bahnunfall gibt Rätsel auf

Bei Arnsdorf ist ein Triebwagen gegen einen Baum gestoßen. Zu dieser Jahreszeit sind derartige Vorfälle ungewöhnlich.

Der Triebwagen wurde bei dem Zusammenstoß stark beschädigt. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.
Der Triebwagen wurde bei dem Zusammenstoß stark beschädigt. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. © Länderbahn

Arnsdorf. Der Zugführer hat schnell gehandelt. Kaum, dass er den querliegenden Baum vor sich auf den Gleisen sah, leitete er die Notbremsung ein. „Fast hätte er es geschafft, noch vor dem Stamm zum Stehen zu kommen. Es reichte leider nicht ganz“, sagte Jörg Puchmüller, Sprecher der Länderbahn. Es gab einen Schlag gegen die Windschutzscheibe des Triebwagens. Sie splitterte. „Außerdem wurden Teile der Verkleidung und der Kupplung beschädigt, sagt Puchmüller. „Glücklicherweise verletzte sich bei der Notbremsung und bei dem Zusammenstoß kein Fahrgast.“

Ein Triebwagen seines Unternehmens ist am Dienstagabend gegen 23 Uhr auf der Strecke Dresden – Görlitz gegen einen umgestürzten Baum geprallt. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe von Arnsdorf in Fahrtrichtung Görlitz. Ein Zug der Mitteldeutschen Regionalbahn (MRB), der in Gegenrichtung unterwegs war, hatte mehr Glück. Den Zugführer erreichte noch rechtzeitig die Warnmeldung. Er fuhr mit verminderter Geschwindigkeit und kam rechtzeitig vor dem Baum zum Stehen.Etwa anderthalb Stunden brauchte die Feuerwehr, um den Baum von den Schienen zu räumen und die Strecke in beiden Fahrtrichtungen wieder freizugeben.

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Ruhige Wetterlage zum Unfallzeitpunkt

Der Unfallzug konnte die Fahrt aus eigener Kraft allerdings mit verminderter Geschwindigkeit fortsetzen. „Wir haben die Fahrgäste bis nach Bischofswerda gebracht. Dort konnten sie in den fahrplanmäßig eintreffenden Nachfolgezug umsteigen. Es gab für sie kaum Wartezeit.“ Der beschädigte Triebwagen wurde in die Werkstatt nach Görlitz gebracht. Indes herrscht Rätselraten, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Es gab in der Nacht weder Sturm noch Gewitter, so dass vielleicht ein Blitzeinschlag den Baum umstürzten ließ. Zusammenstöße passieren vor allem im Winter, wenn Äste unter der Schneelast abbrechen und auf die Gleise fallen. Auch starke Herbst- oder Frühjahrsstürme knicken oft Bäume.

Der Unfallzug konnte die Fahrt aus eigener Kraft allerdings mit verminderter Geschwindigkeit fortsetzen. „Wir haben die Fahrgäste bis nach Bischofswerda gebracht. Dort konnten sie in den fahrplanmäßig eintreffenden Nachfolgezug umsteigen. Es gab für sie kaum Wartezeit.“ Der beschädigte Triebwagen wurde in die Werkstatt nach Görlitz gebracht. Indes herrscht Rätselraten, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Es gab in der Nacht weder Sturm noch Gewitter, so dass vielleicht ein Blitzeinschlag den Baum umstürzten ließ. Zusammenstöße passieren vor allem im Winter, wenn Äste unter der Schneelast abbrechen und auf die Gleise fallen. Auch starke Herbst- oder Frühjahrsstürme knicken oft Bäume.

Ermittlungen zur Ursache

Auch die Deutsche Bahn bestätigt Arbeiten an den Strecken. „Die DB Netz AG lässt als Betreiber des Schienenweges jährlich Rückschnitte entlang der Strecken vornehmen“, sagte eine Sprecherin. Außerdem würden die Bäume auf eine mögliche Umbruchgefahr hin untersucht. Allerdings gibt es keine hundertprozentige Sicherheit, so die Mitarbeiterin. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein viele Meter vom Gleis entfernter gesunder Baum aufgrund von Regen seine Standsicherheit verliert und ins Gleis fällt“, sagte sie. Was die Ursache des jüngsten Vorfall war, ist noch unklar. „Die konkreten Untersuchungen laufen noch.“

Mit Tempo 120 unterwegs

Dass diese Baumunfälle gefährlich sind, hat ein Vorfall im vergangenen Jahr gezeigt. Damals stieß auf der Bahnstrecke Zittau - Dresden ein Triebwagen mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Baum. Der Zugführer konnte sich nach Angaben von Jörg Puchmüller nur mit einem Hechtsprung in Sicherheit bringen. Er und der Zugbegleiter wurden leicht verletzt. „Die Front des Zuges wurde stark beschädigt.“ Auch auf der Strecke Dresden – Görlitz sind die Züge mit hohem Tempo unterwegs. „Sie erreichen auf einigen Abschnitten 120 Kilometer in der Stunde.“ Nach solchen Zusammenstößen kommen auf den Betreiber meist hohe Kosten zu. „Frontscheibe, Verkleidung und Kupplungsteile sind oft Maßanfertigungen und entsprechend teuer“, sagt der Länderbahn-Sprecher. Hinzu komme, dass die Triebwagen lange in der Werkstatt stehen. Die Reparaturen zögen sich oft über Monate hin. „Der Zug vom erwähnten Unfall mit der knappen Rettungsaktion des Zugführers, ist jetzt über ein Jahr in der Werkstatt. In der Zeit können sie nicht fahren.“ Wie hoch die Kosten für das Ereignis bei Arnsdorf liegen, wir derzeit ermittelt.

Trotz der vermutlich längeren Reparaturdauer rechnet Puchmüller nicht mit Ausfällen bei Zugverbindungen. „Wir können das mit unseren Reserve-Triebwagen kompensieren. Sind allerdings mehrere Züge zur Durchsicht oder kommt noch eine Reparatur dazu, dann müssen wir schon gut planen.“

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