merken
PLUS

Bald Asylbewerber in Prausitz

In der drei Wohnungen könnten 20 Leute untergebracht werden. Doch das reicht noch lange nicht aus. Die Gemeinde hat vor allem einen Wunsch.

© Lutz Weidler

Von Jürgen Müller

Hirschstein. Bisher lebt in der Gemeinde noch kein einziger Asylbewerber. Insgesamt aber sollen nach den derzeit aktuellen Zahlen des Landratsamtes in den Orten von Hirschstein bis Ende des Jahres 51 Flüchtlinge beherbergt werden. Doch demnächst werden nun die ersten kommen. Voraussichtlich Anfang Februar sollen in drei gemeindeeigenen Wohnungen an der Hauptstraße 17 in Prausitz bis zu 20 Leute einziehen. „Wir haben diesen leerstehenden, aber ordentlichen Wohnraum zur Verfügung gestellt, weil er vor allem für Familien geeignet ist“, sagt Bürgermeister Conrad Seifert (CDU). Die Gemeinde hat den Wunsch, dass in erster Linie Familien, jedoch keine alleinreisenden jungen Männer untergebracht werden. Ob sich dieser Wunsch erfüllt, ist ungewiss. „Wir wissen weder, wann die Flüchtlinge kommen, noch wie viele es sein werden, noch ob es Familien oder nur Männer sind. Wir wissen auch nicht, aus welchem Land sie geflüchtet sind“, sagt der Bürgermeister.

Küchen-Profi-Center Hülsbusch
Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!
Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!

Schon Goethe wusste: Essen soll zuerst das Auge erfassen und dann den Magen. Das gelingt besonders gut in einer schicken neuen Küche. Jetzt zum Küchen-Profi-Center Hülsbusch und sich beraten lassen.

Integration auf dem Dorf schwierig

Nicht nur von den Wohnungen her, sondern auch von der Lage sei Prausitz ein günstiger Standort. Hier befindet sich die Gemeindeverwaltung, hier gibt es Kindereinrichtungen und die Grundschule. Auch deshalb biete sich Prausitz für Familien an, so Seifert. Weniger gut sieht es mit Einkaufsmöglichkeiten aus. In dem Ort gibt es nur einen Bäcker, der ein paar Stunden in der Woche geöffnet ist. „Die Unterbringung der Leute ist das eine, die Versorgung und die Integration das andere. Um diese zu schaffen, wäre es sicher günstiger, Flüchtlinge in den Ballungszentren unterzubringen“, sagt der Hirschsteiner Gemeindechef und teilt damit die Meinung vieler seiner Amtskollegen auf dem Land.

Alternativ hat die Gemeinde noch eine Wohnung in Neuhirschstein angeboten. Hier könnten noch einmal vier bis fünf Flüchtlinge unterkommen. Und dennoch reicht auch dies nicht, um die Vorgaben des Landratsamtes zu erfüllen. Der Gemeinderat hat sich darauf geeinigt, die Flüchtlinge ausschließlich in kommunalen Wohnungen unterzubringen. Da gebe es noch welche, doch es müsse erst noch geprüft werden, ob diese geeignet seien.

Kontroverse Bürgerversammlung

Ob es auch Angebote von privaten Vermietern, Asylbewerber unterzubringen, gab oder gibt, ist dem Bürgermeister nicht bekannt. Am vergangenen Dienstag fand eine Einwohnerversammlung in Prausitz statt. Daran hätten rund 100 Bürger teilgenommen. „Wie überall gibt es verschiedene Meinungen zu dem Thema. Die Versammlung verlief aber friedlich, sachlich und fair. Manche haben natürlich generell Vorbehalte gegen das Fremde“, sagt der Hirschsteiner Bürgermeister. Diese Vorbehalte sehen viele bestätigt, nicht nur durch die Vorfälle in Köln und anderen Städten in der Silvesternacht, durch Übergriffe in Schwimmbädern und durch Messerattacken, die sich in den vergangenen Tagen unter anderem in Gröditz und Meißen ereigneten. Dennoch erwartet der Bürgermeister keine Kundgebungen gegen die Ankunft der Flüchtlinge in der Gemeinde.