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Radebeul

Bald mit eigener Drehleiter

Die Wehr benötigt sie dringend, auch fürs Gewerbegebiet. Die Stadt beteiligt sich nun an einer Sammelbestellung.

Im August 2018 brannte die im Bau befindliche Schenker-Halle im Radeburger Gewerbegebiet an der Autobahn. Hilfe von außerhalb musste angefordert werden, drei Drehleitern benachbarter Wehren waren im Einsatz.
Im August 2018 brannte die im Bau befindliche Schenker-Halle im Radeburger Gewerbegebiet an der Autobahn. Hilfe von außerhalb musste angefordert werden, drei Drehleitern benachbarter Wehren waren im Einsatz. © Roland Halkasch

Radeburg. Da hätten sie eine eigene Drehleiter besonders gebraucht, sagt Stadtwehrleiter Marcus Mambk und erinnert an den Brand des im Bau befindlichen Schenker-Logistikzentrums im vergangenen August im Radeburger Gewerbegebiet an der Autobahn. Zum Glück konnten Nachbarwehren helfen, mit drei Drehleitern.

Auch deshalb machte die Stadt – sie hat für das Fahrzeug schon Geld in der mittelfristigen Haushaltsplanung vorgesehen – Druck, um eine Drehleiter beschaffen zu können, sagt der Wehrchef. So ein Rettungsfahrzeug kostet immerhin um die 700 000 Euro. Weil Sammelbestellungen finanziell bessere Bedingungen bieten – Stichwort Sparen –, taten sich Radeburg, Nossen, Riesa, Radebeul sowie Königsbrück vom Nachbarkreis Bautzen zusammen.

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Marcus Mambk spricht von einer sachlichen, angenehmen Arbeit in der Technik-Arbeitsgruppe, die seit Februar im Einsatz ist, um den Drehleiter-Kauf für die fünf Kommunen vorzubereiten.

Eine solche Leiter besitzen die Radeburger seit Langem nicht mehr. Früher gab es mal eine, Marcus Mambk zufolge Baujahr 1963 oder ähnlich, ohne Korb. Tüchtig in die Jahre gekommen, steht sie nun bei der Feuerwehrhistorik Roßwein und wird zum Tag der offenen Tür als Reminiszenz an alte Zeiten präsentiert. Eine eigene Drehleiter ist unbedingt erforderlich, das besagt auch der städtische Brandschutzbedarfsplan.

Mit der Sammelbestellung – koordiniert vom Kreisbrandmeister –, können die Kommunen zwei Vorteile nutzen. Zum einen braucht die Herstellerfirma die Konstruktionsarbeit nur einmal zu leisten, für fünf Fahrzeuge, sozusagen eine Serienfertigung. Zum anderen ist eine höhere Förderung möglich. In der Regel gibt es für die ins Auge gefasste Drehleiter im gemeindeübergreifenden Einsatz eine Festbetragsfinanzierung von rund 430 000 Euro – für Fahrgestell, Aufbau und feuerwehrtechnische Beladung. Bestellen mindestens zwei Kommunen gemeinsam mindestens drei Einsatzfahrzeuge, kann der Förderfestbetrag um 20 Prozent erhöht werden.

Allerdings müssen die Drehleitern absolut identisch sein, vom Blinker bis zur Kettensäge, sagt Stadtwehrchef Mambk. Einzige Ausnahme: die Beklebung – schließlich gehört jede Leiter einer anderen Wehr – und die Atemschutztechnik. Was die beteiligten Feuerwehrleute ab November 2022 erwartet, dann sollen die Fahrzeuge übergeben werden, darauf freut sich Marcus Mambk jetzt schon. Auf die Knickarmtechnik. Auf den multifunktionalen Korb. Die Retter können in Höhen bis zu 30 Meter arbeiten, Evakuierungen aus dem Dachfenster sind ebenso möglich wie der Transport gewichtiger Personen – mittels Schwerlasttrage können bis zu 500 Kilogramm bewegt werden. Das haben nicht viele Wehren im Landkreis.

Einen Stellplatz gibt es auch schon für das gute Stück. Einen von den dreien im Radeburger Gerätehaus. Dafür zieht ein Tanklöschfahrzeug von dort nach Großdittmannsdorf, wo von zwei Plätzen derzeit nur einer belegt ist. Bis sie selbst im Besitz einer Drehleiter sind, setzen die Radeburger weiter auf die Hilfe aus den umliegenden Kommunen. Radebeul, Ottendorf und Weinböhla – Letztgenannte besonders für Bärwalde – unterstützen die Röderstadt-Kollegen. Die wiederum künftig als Leiter-Eigentümer mit ihren Nachbarn kooperieren werden. Auch mit Moritzburg.

In der Gemeinde wird Bürgermeister Jörg Hänisch (parteilos) zufolge ebenfalls eine Drehleiter benötigt, bestätigt der Brandschutzbedarfsplan. Im Moment werde man von Radebeul und Weinböhla bedient. Mit kleinem Zeitverlust, zu Schaden gekommen sei dadurch aber noch niemand, so Jörg Hänisch. Mit der Radeburger Leiter wird dann das Netz noch enger. Jetzt wollen die Moritzburger aber erst mal ihr neues Gerätehaus bauen, mit sechs Stellplätzen. Einer später mal für die Drehleiter.