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Bald Süßes aus Nieschütz

Am Ostersonnabend soll es im Hofladen beim Obstbau Görnitz die ersten Erdbeeren geben. Doch noch nicht sehr viele.

© Norbert Millauer

Von Ines Scholze-Luft

Im Nieschützer Betriebsgelände der Obstbaufirma Görnitz geht es rund. Vor den Gewächshäusern ist davon zwar wenig zu spüren. Doch drinnen haben die Mitarbeiter – vier Festangestellte, dazu Saisonarbeitskräfte – alle Hände voll zu tun. Hier wächst heran, was als Beerenobst begehrt ist: Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren. Und vor allem Erdbeeren, allein davon 110 000 Pflanzen.

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Geschäftsführer Michael Görnitz grüßt die Frauen und Männer in weißen Kitteln, die konzentriert an den Erdbeeren auf den Gestellen vor ihnen arbeiten. Doch warum in Weiß? So lassen sich die gefürchteten Spinnmilben schnell entdecken. Damit die Schädlinge nicht von einem Haus ins andere getragen werden, erklärt Görnitz.

Die Mitarbeiter putzen die Pflanzen aus, ziehen die noch grünen Fruchtstände zur Seite, damit die nicht unter dem Laub verschwinden. Damit die Sonne gut herankommt. Ein Haus weiter zeigt der Obstbauer auf eine große, von zartem Rot überzogene Frucht. Bei Sonnenschein dauert es ein bis zwei Tage, dann hat sie rundum Farbe. Und ist reif für die Ernte.

Die sollte eigentlich schon gestern beginnen. Aber so genau lässt sich die Natur nicht berechnen. Vier Tage später wird es nun, bevor die ersten Erdbeeren Nieschütz verlassen. Am Ostersonnabend soll der Verkauf im Görnitzschen Hofladen starten. Geerntet wird am selben Tag. Sobald es hell ist. Damit die roten Früchte pünktlich um 9 Uhr in Neusörnewitz sind. Allerdings werden das noch keine großen Mengen sein, sagt der Geschäftsführer. Für die 500-Gramm-Schale rechnet er mit einem Preis von mindestens fünf Euro. Dass er sie im Vergleich zum Vorjahr eher anbieten kann, freut ihn natürlich. 2013 kamen die Gewächshauserdbeeren erst Mitte Mai auf den Ladentisch, einen Monat später ging es mit den Freiland-Früchten los.

Mengenmäßig hofft Görnitz ebenfalls auf eine bessere Ernte. Und spricht von einer optimierten Pflanzenproduktion. Dahinter verbirgt sich nicht nur kontinuierliches Heizen – damit haben die Obstproduzenten diesmal in der ersten Februarhälfte begonnen. Auch die sogenannte Mikronährstoffanalyse soll helfen. So benötigen die Erdbeeren für die Anlage der Blüten Bor und Molybdän, für die Fruchtentwicklung Zink und Eisen. Damit hat sich Michael Görnitz intensiv befasst. Schließlich ist er studierter Biochemieingenieur, mit Zusatzfach Gartenbau.

Die vollen Fruchtstände lassen nicht allein bei den Erdbeeren hoffen, dass sich die Mühe lohnt. Ein paar Schritte entfernt wachsen Heidelbeeren. Die Ersten sollen in zwei Wochen reif sein. Die Himbeeren dann Mitte Mai.

Auch Brombeeren und Johannisbeeren finden sich hier. Selbst die Versuche mit Kiwis und mit Tafeltrauben scheinen aufzugehen.

2,5 Hektar geschützter Anbau unter Folie und Glas hat viele Vorteile. Neben dem zeitlichen Vorlauf nennt Görnitz die geringere Fläche. Erdbeeren brauchen beispielsweise im Freiland drei- bis viermal mehr Platz. Und im Gewächshaus sorgt das richtige Substrat für Geschmack, für voll ausgereifte und haltbare Beeren, versichert der Obstbauer. Wie das diesmal bei den Früchten aus Nieschütz aussieht, können die Kunden ab Sonnabend testen.

www.obstbaugemeinschaft.de