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Görlitz

Bald werden alte Flieger recycelt

Der Flugplatz in Rothenburg bekommt endlich eine neue Entwicklungschance. Die Elbe Flugzeugwerke steigen in das Projekt mit ein.

Rothenburg. Im Bild: Der Flugplatz Rothenburg. Stichworte: Flugplatz Flugzeug Flugzeuge Verkehrslandeplatz Startbahn Landebahn.
Rothenburg. Im Bild: Der Flugplatz Rothenburg. Stichworte: Flugplatz Flugzeug Flugzeuge Verkehrslandeplatz Startbahn Landebahn. ©  André Schulze

Lange Zeit wurde hinter den Kulissen verhandelt, nun nimmt die Zukunft des Rothenburger Flugplatzes endlich Konturen an. Was in der vom Zweckverband erarbeiteten Machbarkeitsstudie angedeutet wurde (die SZ berichtete), geht am heutigen Dienstag den nächsten Schritt: Im Beisein von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer unterzeichnen die Elbe Flugzeugwerke, die sich schon im Gewerbegebiet Kodersdorf mit zwei Tochterfirmen engagieren, eine Absichtserklärung.

Dabei geht es darum, auf dem Verkehrslandeplatz der Stadt ein – wie es offiziell heißt – „Zentrum für die Nachnutzung von Flugzeugkomponenten und die nachhaltige Rückgewinnung von Roh- und Wertstoffen in den Wirtschaftskreislauf“ zu etablieren. Dies biete die Möglichkeit für eine Reihe von spannenden Entwicklungen, heißt es in einer vom Landratsamt verbreiteten Mitteilung. Näheres dazu soll heute bei einem Vor-Ort-Termin auf dem Flugplatz mitgeteilt werden.

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Dass in Zeiten stetig anwachsenden Luftverkehrs und begrenzter Rohstoffverfügbarkeit der Bedarf an recycelten Komponenten und Materialien zunimmt, ist längst kein Geheimnis mehr. Analysten erwarten bis 2026 eine hohe Anzahl von Flugzeugstilllegungen. Ein Teil dieser ausrangierten Flieger soll künftig auf dem Rothenburger Flugplatz auseinandergenommen werden. Die daraus gewonnenen Teile fließen danach in die Flugzeugindustrie zurück. Laut der Machbarkeitsstudie soll es sich bei den außer Dienst genommenen Maschinen um kleinere Flieger bis hin zu A 320-Flugzeugen handeln, also sogenannte Schmalrumpfflugzeuge. Sie könnten in Rothenburg „ein Leben nach dem Tod“ bekommen.

Sowohl wiederverwendbare Bauteile als auch nachhaltig nutzbare Materialien wie hochwertige Kohlefasern sind auf dem Weltmarkt sehr begehrt. Ziel ist es, für diese Entwicklung zusammen mit Branchenexperten in den nächsten Jahren die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. Immerhin besitze der Verkehrslandeplatz mit seiner Infrastruktur alle Voraussetzungen, um von Anfang an in dieser Wachstumsbranche dabei zu sein, hatte Flugplatz-Geschäftsführer Thomas Rublack schon vor einiger Zeit erklärt.

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