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Bald wieder jemand daheim in der Villa Daheim?

Das Gebäude an der Grundschule steht zum Verkauf. Gebaut hat es einst ein Steinfabrikant. Wird es nun ins Ausland verkauft?

© SZ Thomas Eichler

Von Carina Brestrich

Der Windmesser auf der Türmchenspitze rast: Die Böen sind stark an diesem Tag, Wolken ziehen auf. Aber schönes Wetter braucht es gar nicht, um die Villa Daheim in Oppach strahlen zu lassen. Wie ein kleines Schloss steht das Haus mit der hellen Fassade an der Hauptstraße, gleich neben der Grundschule. Beim Blick auf die Fenster aber fällt auf: einen Schlossherren gibt es nicht mehr. Tatsächlich sind die Besitzer vor einem Jahr aus dem Ort weggezogen. Seitdem ist fraglich: Wann ist in der Villa wirklich wieder jemand daheim?

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Zumindest hat sie beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Vermittlung, sagt Immobilienmakler Robby Roch. Er arbeitet für Postbank Immobilien und kümmert sich seit zwei Monaten darum, der Villa wieder zu einem neuen Hausherren zu verhelfen.

Insgesamt 266 Quadratmeter, verteilt auf 13 Zimmer stehen für 202 000 Euro zum Verkauf. Dafür gibt es unter anderem eine hochwertige Küche, mehrere Balkone, Türmchenzimmer und eine Dachterrasse. Alles sei in einem sehr guten Zustand, betont Robby Roch. Schließlich wurde die Villa Daheim erst 2005 entkernt und – bis auf das Dachgeschoss – vollständig saniert. Bei den Arbeiten an Fassade, Dach, Fenstern und im Innenraum sei viel Wert auf die Details gelegt worden, sagt der Immobilienexperte: „Der Stuck und das Buntglas in den Fenstern sind beispielsweise aufwendig hergerichtet worden.“

Natürlich nach den Vorgaben des Denkmalschutzes. Immerhin steht die Villa schon seit mehr als hundert Jahren an der Oppacher Hauptstraße. Erbaut wurde sie 1899 von Gustav Lindner aus Dürrhennersdorf. „Er war Steinfabrikant, hat mehrere Steinbrüche besessen“, erzählt Gudrun Kolb, Vorsitzende vom Freundeskreis Heimatgeschichte in Oppach. Viel mehr ist von der Geschichte des Hauses nicht überliefert. Nur dass die Familie später enteignet und die Villa als Wohnhaus für mehrere Familien genutzt wurde, ergänzt Robby Roch.

Eine solche Nutzung könnte sich der Makler auch heute gut für das Gebäude vorstellen. „Es eignet sich gut als Haus, in dem mehrere Generationen leben“, sagt er. Aber auch eine Kanzlei, eine Praxis oder etwa ein Versicherungsbüro könnten im Erdgeschoss Platz finden. „Es gibt drei Wohnetagen. Die räumlichen Möglichkeiten wären also da“, sagt der Makler.

Ebenso wie die potenziellen Käufer. So gebe es bereits mehrere Interessenten für die Villa Daheim, sagt Roch: „Darunter sind auch Anfragen aus dem Ausland.“ Aber auch in der Region sieht der Vertriebsleiter der Postband Immobilien durchaus mögliche neue Besitzer. „Es gibt inzwischen einige Familien, sie sich dagegen entscheiden, ein neues Haus zu bauen, und stattdessen für den Preis lieber eine alte Villa kaufen.“ Die Chance, eine solche in einem Zustand wie dem der Villa Daheim zu finden, sei in der Region mittlerweile auch nicht mehr so schwierig wie vor ein paar Jahren. „Villen-Verkäufer sind häufig Familien, die das Haus erst sanieren, deren Kinder dann aber irgendwann ausziehen, sodass die Villa zu groß wird“, erklärt Roch.

Schade wäre es um die Villa Daheim jedenfalls, sollte sich nicht ein neuer Besitzer finden, sagt auch Gudrun Kolb vom Freundeskreis Heimatgeschichte. Im Vergleich zu anderen Orten hatte Oppach mit seinen Villen bisher nämlich weitestgehend Glück. Immerhin gibt es in der Gemeinde noch einige andere, die heute saniert und bewohnt sind, sagt Gudrun Kolb. Die Wohnhäuser der Oppacher Fabrikantenfamilie Horn etwa. Dazu gehört auch die frühere Entbindungsstation, in dem nicht nur viele Oppacher das Licht der Welt erblickten. Auch diese Villa – ebenfalls bekannt als Wiegandsche Villa – wird heute von einer jungen Familie bewohnt.

https://immobilien.postbank.de/bautzen