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Balkancar Radeberg bald mit neuen Produkten?

Wirtschaft. Die Rettung der insolventen Balkancar GmbH in Radeberg lässt auch Hoffnung auf neue Arbeitsplätze wachsen.

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Von Jens Fritzsche

Radeberg. Fast fünf Jahre lang hat die Belegschaft der Balkancar Deutschland GmbH in Radeberg gegen das drohende Aus für ihren Betrieb gekämpft. So lange hatte das Damoklesschwert der Insolvenz über der Firma geschwebt, die Gabelstapler, Elektro-Karren und Elektro-Schlepper der traditionsreichen bulgarischen Marke Balkancar montiert und vertreibt. Jetzt ist aber klar: In spätestens 14 Tagen könnte das Insolvenzverfahren am Dresdner Amtsgericht aufgehoben werden. Bis dahin gilt noch die gesetzlich vorgeschriebene Einspruchsfrist gegen den am Dienstag von der immerhin 97-köpfigen Gläubigerversammlung abgesegneten Insolvenzplan (SZ berichtete). „Aber ich bin guter Dinge, dass es da jetzt keine Einsprüche mehr geben wird“, sagt die neue Geschäftsführerin des Unternehmens Dr. Heike Fischer.

Stolz auf Qualität

Und sie ist auch guter Dinge, was die Zukunft des Radeberger Betriebes betrifft. „Die Insolvenz im Jahr 2000 hing mit dem Zusammenbruch auf dem bulgarischen Markt zusammen, schließlich ist das Mutter-Unternehmen von Balkancar ja in Sofia angesiedelt.“ Im Zuge der politischen Veränderungen in Bulgarien war der Mutter-Konzern praktisch zusammengebrochen; die Insolvenz der Tochtergesellschaft fast eine logische Folge. Dass die Radeberger aber dennoch fünf Jahre unter den schwierigen Bedingungen der Insolvenz „überlebt“ haben und heute noch zwölf Arbeitsplätze vorweisen können, „spricht doch eindeutig für die Qualität unserer Produkte“, findet die Geschäftsführerin. Große Hoffnungen setzt sie auch in den neuen Eigentümer des Unternehmens, die Elexis AG aus der Schweiz, die die Anteile der bulgarischen Mutter am Radeberger Betrieb komplett gekauft hat. „Es sollen dadurch auch andere Produkte angeboten werden, nicht nur die bulgarischen“, blickt die Geschäftsführerin schon mal vorsichtig in die nähere Zukunft. „Und unter Umständen könnte es auch dazu kommen, dass in Radeberg komplett montiert wird; was wiederum neue Arbeitsplätze schaffen helfen könnte“, so Dr. Heike Fischer optimistisch.

Die Balkancar Gruppe war zu DDR-Zeiten bekanntlich einer der größten Produzenten von Gabelstaplern im damaligen Ost-Block. Noch heute gehören die Fahrzeuge des in Bulgarien gegründeten Unternehmens deutschlandweit zu den gefragtesten ihrer Art. Die Geräte werden dabei bisher von der Balkancar-Deutschland GmbH Radeberg in einer Grundvariante importiert und in Radeberg komplettiert. Zudem verfügt der Betrieb in Radeberg – der neben Neu- auch Gebrauchtgeräte verkauft – über ein umfassendes Ersatzteillager, samt einem umfangreichen Kundendienst, der ganz Deutschland und angrenzende Länder versorgt.

Stets Ziel der Sanierung

Das Insolvenzverfahren war im Juni 2000 eröffnet worden. Aber der zuständige Insolvenzverwalter Prof. Dr. Rolf-Dieter Mönning hatte sich von Anfang an das Ziel gesetzt, das Unternehmen zu erhalten, wie er immer wieder betonte. Jetzt sind die Weichen offenbar endgültig so gestellt, dass er seine Arbeit in Radeberg zu einem positiven Ende gebracht hat.