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Banane im Haar

Juliane Faber bereitet in der Maske des Zittauer Theaters die Schauspieler auf ihren großen Auftritt vor. Manchmal ist das viel Feinarbeit.

Von Jan Lange

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Mit einer Frisierbürste kämmt Juliane Faber das Haar auf eine Seite. Die glatt gebürstete Mähne fixiert die Maskenbildnerin danach über der Mitte des Hinterkopfes und befestigt sie mit ein paar Haarklammern. Anschließend dreht sie die lose Haarhälfte um die eigene Achse – so, als wenn sie einen Pferdeschwanz formen würde. Das obere Ende der eingedrehten Strähne wird dann eingeschlagen und die Haarrolle mit Klammern fixiert. Die „Banane“ ist fertig. „Ich fange gerne mit den Haaren an“, erzählt die junge Theatermitarbeiterin. Manchmal geht das recht schnell, so wie bei der jüngsten Produktion „Comedian Harmonists“. Nur ein bisschen Haarspray aufgesprüht und einen Seitenscheitel gekämmt – und schon sind die Schauspieler fertig maskiert. Ein paar Minuten dauert das nur.

Bei Renate Schneider braucht Juliane Faber schon etwas länger. Eine gute halbe Stunde muss die Schauspielerin in der Maske sitzen. Denn sie bekommt von Juliane Faber nicht nur eine „Banane“ verpasst, sondern auch ein ausdrucksstarkes Make-up mit blauen Lidschatten und Goldglitzer auf den Lippen. Nach dem Abpudern werden zuerst die Augen geschminkt, dann ein pinkes Rouge aufgetragen und am Ende die Lippen schön gemacht. Der Ablauf sei aber bei jedem Maskenbildner anders, erklärt die 24-Jährige.

Die Abwechslung mache den Beruf so spannend, findet die Theatermitarbeiterin, die aus der Nähe von Mainz stammt. Am Zittauer Theater könne sie sich auch künstlerisch entfalten. Deshalb wollte sie auch immer zur Bühne. Beim Fernsehen werde doch nur ein bisschen Teint aufgetragen, vermutet Juliane Faber. Am Theater muss sie auch schon mal eine historische Perücke knüpfen. Rund 60 Stunden dauert das. Eine Feinarbeit, für die es Geduld braucht.

Derartige Aufgaben hätte sie an einem größeren Theater vielleicht gar nicht bekommen. Deshalb ist sie glücklich, am Gerhart-Hauptmann-Theater gelandet zu sein. Immerhin hatte sie bereits ein Praktikum am Staatstheater Wiesbaden absolviert. „In Zittau habe ich mehr Verantwortung, als ich in Wiesbaden je gehabt hätte“, glaubt Juliane Faber.

Manchmal könne sie auch eigene Ideen einbringen. Aber das hänge von den Ausstattern ab und dem, was sie vorgeben. Stellenweise sind die Vorgaben sehr grob, ein anderes Mal sehr detailgenau. Bei „Comedian Harmonists“ wurde von der Ausstattung nicht viel vorgegeben. Die Figuren sollten vor allem wie die Originale aussehen. Deshalb hängt auch ein kleines Foto von dem legendären Gesangssextett am Spiegel.

Dass Juliane Faber vom Rhein an die Mandau gekommen ist, war aber mehr Zufall als persönlicher Wunsch. Denn Zittau hatte sie vorher nicht gekannt, sie musste den Namen erstmal googeln. Beworben habe sie sich an vielen Theatern. An der hiesigen Bühne zeigte man Interesse an ihr. „Früher war eine Friseurausbildung notwendig, um Maskenbildnerin werden zu können“, erklärt sie. Inzwischen reicht auch ein Praktikum aus. Das kam Juliane Faber zugute, denn sie hat ebenfalls nur ein Praktikum absolviert. „Vielen Theatern hat das vielleicht trotzdem nicht gereicht“, meint sie mit Blick auf die zahlreichen Absagen. In Zittau fühlt sie sich mittlerweile sehr wohl und will auf jeden Fall bleiben. Die dreijährige Ausbildung hat sie inzwischen abgeschlossen, seit einem halben Jahr ist sie fest am hiesigen Theater engagiert. An kleinen Häusern gehe es viel persönlicher zu, findet die 24-Jährige. Da wird auch der eine oder andere Spaß gemacht. „Gestern hast du mich schlanker geschminkt“, scherzt Robert Rosenkranz, der in die Rolle des Robert Biberti schlüpft. Der Görlitzer Bariton redet viel. Dadurch lockere er sich auf und übertrage seine eigene Nervosität auf die Kollegen, erklärt Rosenkranz und meint es auch diesmal nicht ganz ernst. „Bei uns geht es immer so spaßig zu“, erklärt er.

Auf der Bühne sorgen er und seine Kollegen nachher wieder für einen wahren Beifallssturm. Schon die zweite Vorstellung in Folge ist ausverkauft. Und auch für die nächste Aufführung der „Comedian Harmonists“ am 27. Februar gibt es nur noch wenige Karten. „Ich hätte nicht gedacht, dass das Stück so gut angenommen wird“, meint einer der Schauspieler ein bisschen verwundert. Maskenbildnerin Juliane Faber hat mit Sicherheit auch ihren Anteil an dem großem Erfolg der „Comedian Harmonists“.

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