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Bank betrogen, um die Firma zu retten

Ein 44-jähriger Döbelner kaufte einen Radlader und finanzierte ihn zweimal. Jetzt muss er für die Tat 1 950 Euro Strafe zahlen.

Von Helene Krause

Der große, schlanke Angeklagte mit den dunklen Haaren und dem Dreitagebart sieht nicht wie ein Krimineller aus. Trotzdem muss er sich vorm Amtsgericht Döbeln wegen Veruntreuung und Unterschlagung verantworten.

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Im Jahr 2012 soll er bei der Firma Tecklenborg in Polkenberg einen Radlader gekauft haben. Die Baumaschine hatte einen Wert von 54 900 Euro. Den Kauf finanzierte er über die Kredit Leasing Vereinsbank. Er zahlte einige Raten. Als weitere Zahlungen ausblieben, kündigte die Bank den Kreditvertrag. Doch anstatt den Radlader zurückzugeben, soll der Beschuldigte, obwohl er wusste, dass er das nicht durfte, die Baumaschine an einen unbekannten Dritten veräußert haben.

Gleich zu Beginn der Verhandlung gesteht der Angeklagte das Vergehen. Doch verkauft hat er ihn nicht. Das Gerät holte sich eine andere Bank ab, bei der er die Baumaschine noch ein zweites Mal finanziert hatte.

Der Angeklagte war zum Tatzeitpunkt Geschäftsführer einer eigenen Firma. Den Radlader kaufte er in der Absicht, ihn auch zu nutzen. Weil einer seiner Großkunden eine Rechnung nicht bezahlte, andere Kunden davon erfuhren und ebenfalls nicht zahlten, geriet die Firma des Beschuldigten in Schwierigkeiten. Der Angeklagte konnte die Löhne und Gehälter seiner Mitarbeiter nicht mehr zahlen. In dieser Situation soll dem Beschuldigten ein Bekannter geraten haben, den Radlader noch einmal zu finanzieren. Da eine Baumaschine keinen Fahrzeugbrief hat, würde eine zweite Finanzierung niemandem auffallen. „Manche Baufirmen haben ihre Radlader fünf bis sechsmal finanziert“, sagte ihm der Bekannte. Der Angeklagte ging auf den Rat ein. Er nahm für die Baumaschine bei der GGFa Dresden einen weiteren Kredit auf. Doch die Firma geriet weiter in Schwierigkeiten. Der Deal flog auf. Die GGFa holte den Radlader ab. Die Kredit Leasing GmbH, die leer ausging, erstattete Anzeige. Der Fall landete vor Gericht. Zum Zeitpunkt der Insolvenz hatte der Beschuldigte noch 20 000 Euro für den Radlader abzuzahlen.

Das Gericht verurteilt den Angeklagten, der schon wegen Beleidigung und Körperverletzung vor Gericht stand, wegen Veruntreuung und Unterschlagung zu einer Geldstrafe von 130 Tagessätzen zu 15 Euro. In die Strafe geht das Urteil vom 12. Januar 2015 des Amtsgerichts Chemnitz mit ein. Dort wurde der Beschuldigte wegen Konkursverschleppung verurteilt. Er hatte den Konkurs seiner Firma einen Monat zu spät angemeldet.

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